Walther Rathenau, General Ludendorff und der II. Weltkrieg

Ludendorff mit Pickelhaube

Walther Rathenau und General Ludendorff, zwei Männer, die im ersten Weltkrieg immensen Einfluß ausübten, haben beide den zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt, umso interessanter ist, daß beide bereits in den zwanziger Jahren vor dem zweiten Weltkrieg warnten und beide auch die totale Zerstörung Deutschlands korrekt vorraussagten, zum Teil unter Nennung verblüffender Details.

Der zweite Weltkrieg datiert geopgraphisch von 1937-1945 in Asien, beginnend mit dem Krieg Japan-China bis zum Abwurf der Atombomben, in Europa von 1939-1945, beginnend mit dem Krieg Polen-Deutschland-Frankreich-England bis zur deutschen Kapitulation im Mai, in den USA von 1941-1945 beginnend mit Pearl Harbour bis zur Kapitulation Japans. Korrekterweise kann man hier anmerken, daß die Kriege in Asien und Europa zunächst lokal begrenzte Kriege waren und der Krieg erst mit dem Eintritt der USA zum wirklichen Weltkrieg wurde. Der Kriegseintritt der USA bezieht sich auf die offiziellen Kriegseintritte durch den Angriff auf Pearl Harbor bzw die erfolgten Kriegserklärungen, obgleich auch hier korrekterweise anzumerken ist, daß die USA sowohl auf dem Asiatischen als auch Europäischen Kriegsschauplatz schon vorher mehr oder weniger militärisch aktiv waren, insbesondere die US Marine.

Walther Rathenaus Rolle während des ersten Weltkrieges und als Politiker der Weimarer Republik bleibt rätselhaft. Scheinbarer Freund des Kaisers und zeitweise quasi Leiter der Kriegswirtschaft, rühmte sich Rathenau unmittelbar nach dem Umsturz 1918 führend bei der Zertrümmerung des Kaiserreiches gewesen zu sein und verlangte von Ebert dafür den Posten des Reichskanzlers. Ebert, der sich etwas überrascht zeigte bot ihm lediglich den Posten des Aussenministers an, den Rathenau dann auf Anraten der Ehefrau Hindenburgs, mit der er sich während des Krieges angefreundet hatte, annahm.

Heute erinnert man sich hauptsächlich an den „Vertrag von Rapallo“, den Rathenau überraschend 1922 mit Vertretern der Sowjetunion unterzeichnete – zum Entsetzen vor allem Frankreichs und Englands, aber auch der USA. Der Vertrag enthielt schon wirtschaftlich Sprengkraft genug, so sah der Vertrag eine Zusammenarbeit Deutschlands und der Sowjetunion auf dem Gebiet der Ölförderung in der Sowjetunion vor, der beiden Ländern immense finanzielle Vorteile bringen würde. Darüber hinaus gab es diverse geheime militärische Abkommen, die den Sowjets deutsche Technik garantierten und den Deutschen Militärs die Möglichkeit boten, militärische Ausbildung und Entwicklungen durchzuziehen, die aufgrund des Versailler Vertrages in Deutschland unmöglich war. Drahtzieher dieses Vertrages war nicht Rathenau sondern der Chef der vermeintlichen 100 000 Mann Reichswehr, General(oberst) von Seekt, der wie es scheint nicht nur die Entscheidung über militärische sondern auch über politische Entwicklungen traf, offensichtlich in Absprache mit Ebert. Rathenau selbst schien über den Vertrag gar nicht so glücklich zu sein. Der immer wieder geäußerte Verdacht, Rathenau wäre aufgrund dieses Vertrages in Konflikt mit dem Kapitän Ehrhard geraten, ist Augenwischerei, da Ehrhard wie nach dem zweiten Wekltkrieg klar wurde, einen geheimen Marine-Nachrichtendienst mit Canaris in einer Führungspositon leitete, und Ehrhard bei dem Rapallo Vertrag auf Linie mit von Seekt war.

Was gerne (absichtlich?) übersehen wird, ist Rathenaus Verhalten nach Bekanntgabe der Friedensbedingungen des Versailler Vertrages. Rathenau, der zunächst unmittelbar nach der Revolution 1918, den Untergang des Kaiserreiches begrüßt und über den Sieg der Entente offensichtlich nicht gerade unglücklich war, fühlte sich verraten und attackierte mit aussergewöhnlich scharfen Worte die sogenannten Siegermächte und beschuldigte sie die Zerstörung Deutschlands und die Vernichtung des deutschen Volkes vorzubereiten, einerseits durch die systematische wirtschaftliche und politische Zerstörung durch den Versailler Vertrag, andererseits durch die Vorbereitung eines zweiten Weltkrieges, in dessen Verlauf, Deutschland in ein einziges Trümmerfeld verwandelt werden sollte, um danach Deutschland (und danach Europa) mit Menschenmassen aus anderen Kontinenten zu fluten. In mehreren Texten, „Nach der Flut“, „Kritik der dreifachen Revolution“, „Der Kaiser“, schreibt Rathenau:

„Doch es naht, trotz Völkerpolizei, der nächste Weltkrieg, den nicht wir entfachen, der aber um unseretwillen gekämpft werden wird.“

Ein seltsame Aussage, Rathenau impliziert, daß dieser Krieg zwar nicht von Deutschland entfacht werden wird, er nennt aber nicht, wer denn nun diesen Krieg entfachen wird (jedenfalls nicht hier und an anderer Stelle ähnlich unklar.) Umso klarer zeichnete Rathenau das schreckliche Bild der Deutschen Heimat NACH diesem neuen Weltkrieg:

„Wer in zwanzig Jahren Deutschland betritt, das er als eines der blühendsten Länder der Erde gekannt hat, wird niedersinken vor Scham und Trauer…Die deutschen Städte werden nicht als Trümmer stehen, sondern als halberstorbene steinerne Blöcke, noch zum Teil bewohnt von kümmerlichen Menschen…Die Landstraßen sind zertreten, die Wälder sind abgeschlagen, auf den Feldern keimt dürftige Saat. Häfen, Bahnen, Kanäle verkommen, und überall stehen, traurige Mahnungen, die hohen verwitterten Bauten aus der Zeit der Größe. Ringsumher erblühen erstarkt alte und neue Länder im Glanz und Leben neuer Technik und Kraft, ernährt vom Blut des erstorbenen Landes, bedient von seinen vertriebenen Söhnen. Der deutsche Geist, der für die Welt gesungen und gedacht hat, wird Vergangenheit. Ein Volk, das Gott zum Leben geschaffen hat, das noch heute jung und stark ist, lebt und ist tot…Dann ist aus dem Gewölbe Europas der einstmal stärkste Stein zermalmt, dann ist die Grenze Asiens an den Rhein gerückt, dann reicht der Balkan bis zur Nordsee. Dann wird eine Horde von Verzweifelten, ein uneuropäischer Wirtschaftsgeist vor den Toren der westlichen Zivilisationen lagern, der nicht mit Waffen, sondern mit Ansteckung die gesicherten Nationen bedroht…Wenn aber die westlichen Nationen in ruhiger, kalter Überlegung aus Vorsicht, Interesse oder Rachegefühl Deutschland langsam töten und diese Tat Gerechtigkeit nennen, indem sie ein neues Leben der Völker, einen ewigen Frieden der Versöhnung und einen Völkerbund verkünden, so wird Gerechtigkeit nie wieder sein, was sie ist, und niemals wieder wird die Menschheit froh werden, trotz aller Triumphe…Menschen aller Völker, bedenkt es! Diese Stunde entscheidet über uns und euch, über uns alle. Entscheidet sie gegen uns, so werden wir unser Schicksel tragen und in die irdische Vernichtung gehen. Unsere Klagen werdet ihr nicht hören“

Die politischen Vorraussagen, besonders über die Situation nach dem neuen Krieg, wenn Deutschland entgültig ausgelöscht werden soll, sind verblüffend, auch wie es geschehen wird.

Ebenso verblüffend sind die Schriften von General Ludendorff, der ab 1929 in zahlreichen Schriften und Zeitungsartikeln seiner eigenen Zeitung, Ludendorffs Volkswarte“ davor warnte, daß in geheimen Zirkeln – wie von Rathenau angekündigt – ein zweiter Weltkrieg vorbereitet wird. Ludendorff gab als Jahr, in dem dieser Weltkrieg stattfinden würde, das Jahr      1941     an.

Als Ludendorff diese Warnungen im Jahr 1929 aussprach, war Deutschland ein politisch und militärisch unbedeutender Faktor. Die NSDAP Hitlers errang bei Wahlen lächerliche 1-2 % und stellte eigentlich noch keine sichtbare Bedrohung da. Umso erstaunlicher ist, daß Ludendorff Hitler und seine Partei als wichtigsten Faktor betrachtete, damit Deutschland in diesen zweiten Weltkrieg geführt werden konnte.

Ludendorff beschuldigte Hitler und die NSDAP immense Summen aus dem Ausland zu erhalten um in den kommenden Wahlen an die Regierung zu kommen. Brüning erklärte nach dem zweiten Weltkrieg, französische Politiker hätten ihm gegenüber bestätigt, daß sie die Hitlerpartei finanziell unterstützt haben. Von daher scheint es auch nicht besonders überraschend, daß die französische Regierung im Jahre 1929 (!!!) – also zu einem Zeitpunkt, als Deutschland militärisch mit seiner traurigen 100 000 Mann Reichswehr keinerlei Gefahr für das 3 Millionen Mann Heer Frankreichs darstellte, den Ausbau der Maginot-Linie – ein Milliardenprojekt und das zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise – beschloß, ein Projekt, das doch nur Sinn machte, wenn man WUSSTE, dass es zu einem neuen Krieg mit Deutschland kommen würde.

Auch den Anlaß zum Krieg – denn irgendwas muss man den Völkern propagandamäßig ja vorsetzen – erfasste Ludendorff erstaunlich klar, als er 1930 die Hitlerpartei (die in Deutschland noch zwei Jahre von der Regierung entfernt war!) beschuldigte, auf Vermittlung Mussolinis einen Pakt mit Stalin geschlossen zu haben, der vorsah, daß in einem Krieg Deutschland gegen Polen und Frankreich, die Sowjetunion an der Ostfront auf Seiten Deutschlands in den Kampf eingreifen werde. Die Sowjets hatten sich mit diesem Plan bereits zuvor an Hindenburg gewandt, der richtigerweise vorraussah, daß ein solches Bündnis zur Kriegserklärung von England und Frankreich an Deutschland führen würde, die nur nach einem Vorwand suchen, Deutschland den Rest zu geben. Hindenburg riet der Regierung von diesem Bündnis ab und Stalin hatte dann – 1929 (!) – bei Herrn Hitler mehr Glück. Eine ähnliche Nummer zogen die Engländer mit dem geheimen Flottenabkommen England – Deutschland ab, das sie mit Hitler unterzeichneten, nachdem Hindenburg (und Ludendorff, den man um Vermittlung bat) ein solches Abkommen als eine Falle ansahen. Obgleich den Historikern die Schriften Ludendorffs zum Pakt zwischen der Hitler Partei und Stalin 1929 bekannt sein dürften, erklärt uns die offzielle Geschichtsschreibung, der Pakt wäre erst unmittelbar vor Ausbruch des Krieges im August durch Ribbentrop / Molotow ausgehandelt worden. Dabei will man uns glauben machen, daß Stalin, der Monate lang mit England, Frankreich und Polen über ein angebliches Bündnis gegen Hitler verhandelt hat, sich dabei also als äußerst vorsichtiger Verhandlungspartner präsentierte, nun innerhalb von 24 Stunden im Hauruck-Verfahren einen Bündnisvertrag mit Hitler unterzeichnet, der doch angeblich in einen Weltkrieg führt und da nimmt sich Stalin nicht mal ein paar Wochen Zeit einen SOLCHEN brandgefährlichen Vertrag mit seinen Beratern zu besprechen???

Tatäschlich hat Ludendorff in seinen Schriften 1929 explizit darauf hingewiesen, daß Hitler (der wie gesagt noch nicht einmal zu der Zeit ein offizielles Regierungsamt inne hatte!!!) und Stalin übereingekommen waren, das Abkommen geheim zu halten bis es zum tatsächlichen Kriegsausdruck kommen würde.

General Ludendorff bezeichnete dieses Abkommen sowie das Bündnis Stalin-Mussolini-Hitler als das denkbar dümmste Bündnis, dem sich Deutschland anschließen konnte und prophezeite, daß Deutschland in dem kommenden zweiten Weltkrieg völlig zermalmt und vernichtet werde, genauso wie der Rest Europas und lediglich Stalin, dem er bei dieser Gelegenheit bescheinigte der Klügste unter all diesen Politstrolchen zu sein –  sich bei dieser Gelegenheit reichlich Beute unter den Nagel reißen würde.

Die Vorhersagen von Ludendorff und Rathenau decken sich über die Pläne dieser überstaatlichen Mächte für das Deutsche Volk. Wie Rathenau glaubt auch Ludendorff, daß nach einem solchen verheerenden zweiten Weltkrieg Europa zetrümmert wird und die herrschenden Eliten sich ein neues Europa ohne Völker aber – wie von Karlspreisträger Coudenhove-Kalergi designed – mit einem neuerschaffenenen Mischvolk (laut Cloudenhove-Kalergi „den alten Ägyptern nicht unähnlich“) erbauen, in dem eine in Reichtum lebende Elite die große Masse als Arbeitssklaven mittels Arbeitsdienst das neue Paradies auf Erden errichten lässt. Coudenhove-Kalergi gibt für seine Europa-Diktatur dann auch gleich die Regeln vor, die selbst vorschreiben, wer wen heiraten bzw wer sich mit wem paaren darf. (Und ja, dieser Mann ist der erste Karlspreisträger und die derzeitige Kanzlerin ist Trägerin des Coudenhove-Kalergi Europapreises). Den politischen Überbau mit dem man den Massen das Gehirn vernebeln will, schöpft Coudenhove-Kalergi aus der Lenin´schen Blaupause für den Aufbau des Sowjetischen Arbeiter- und Bauernparadieses, in der Hoffnung, daß die Menschheit dumm genug ist, diesen Schwindel ein zweites Mal mitzumachen. Was General Ludendorff betrifft, dürfte er wahrscheinlich wenig gescheichelt gewesen sein, daß Coudenhove-Kalergi den General als seinen größten Gegner betrachtete und ihm große geistige Ähnlichkeit mit Lenin bescheinigte. Was Lenin betrifft, scheint es tatsächlich, daß dieser zu den Bewunderen des Generals gehörte zumindest was dessen Organistationstalent betraf.

Interessant ist jedenfalls daß Ludendorff und Rathenau beide recht klar eine sehr düstere Zukunft ziemlich präzise gezeichnet haben, beide in der Absicht eine Katastrophe zu verhindern, von denen sie offenbar wußten, daß sie gezielt bereits in den 20er Jahren vorbereitet war.

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2 Kommentare zu „Walther Rathenau, General Ludendorff und der II. Weltkrieg“

  1. Darüber gäbe es allerhand zu sagen. Wichtig ist zu berücksichtigen, daß sich fast alle Staaten Europas tatsächlich – so wie Ludendorff ab 1930 behauptete – für das Jahr 1932 auf einen Weltkrieg vorbereitet haben. Bogdan Musial stellt das ausführlich dar in seinem Buch „Kampfplatz Deutschland“ für die Sowjetunion, vom Polen Pilsudski’s ist ebenfalls bekannt, daß er für den kommenden Krieg im Jahr 1932 ein Militärbündnis mit Frankreich wollte.

    Das zum einen. Die Rolle von Walther Rathenau ist natürlich „schillernd“. Auch sein Tod ist schillernd. Bei all dem dürfte natürlich seine Zughörigkeit zum jüdischen Volk die zentrale Rolle spielen. In den Lebenserinnerungen von Putzi Hanfstaengl habe ich merkwürdige Äußerungen des einflußreichen jüdischen Geheimagenten Rudolf Kommer über den Tod von Walther Rathenau gefunden
    (hier erwähnt http://studiengruppe.blogspot.de/2013/06/diese-tapfere-frau-ernst-hanfstaengl.html), die mich annehmen lassen, daß die Ermordung von Walther Rathenau ähnlich wie die meisten anderen politischen Morde der frühen 1920er Jahre irgendwelche okkulte Bedeutung hatten.

    Zu solchen Morden scheint es ja Logen-Mordurteile im freimaurernahen Thule-Orden gegeben zu haben (https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_M%C3%BCller_von_Hausen).

    Von einem Erich Ludendorff und seiner Familie sehr nahestehenden „Freund“ wurde nach 1945 die Behauptung verbreitet, Erich Ludendorff habe bewußt Lügen über Walther Rathenau verbreitet. Auch dieser „Freund“ und die Vermittlung, die dieser Freund zwischen
    a) Rathenau und Ludendorff
    b) Hindenburg und Ludendorff
    c) Hitler und Ludendorff
    betrieben hat, fühlen sich sehr „schillernd“ an.

    Noch in ihrem „Wahrheitsbeweis“ von 1950 zitiert Mathilde Ludendorff sehr ausführlich aus den angeführten Rathenau-Zitaten als – quasi – Ziele der gruppenevolutionären Strategien des orthodoxen Judentums.

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