Sensationelle deutsche Filmkritik zum Filmklassiker „Casablanca“ aus dem Jahr 1942 entdeckt!

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Sensationelle deutsche Filmkritik zum Filmklassiker „Casablanca“ aus dem Jahr 1942 entdeckt!

Im Jahre 1942 kam der Filmklassiker „Casablanca“ in die US Kinos und bis heute zählt der Film zu den grossen Melodramen der Filmgeschichte. Auch in Deutschland wurde der Film immer wieder mit grossem Erfolg sowohl im Kino als auch im Fernsehen gezeigt. Dabei ist es in der Tat erstaunlich, dass 1942 – also mitten im zweiten Weltkrieg – in Hollywood ein Film produziert wurde, der dermassen deutschfreundlich ist. Kennt man jedoch die Hintergründe, ist dies weit weniger verwunderlich.

Zunächst einmal entwickelten sich die Beziehungen von Hollywood zu Deutschland nach 1933 überraschend gut. In seinem exzellenten Buch „Der Pakt – Hollywoods Geschäfte mit Hitler“ beschreibt Ben Urwand wie während der Weimarer Republik in Deutschland Quoten für ausländische Filme eingeführt wurden – wie in vielen anderen Ländern auch – um die heimische Filmindustrie zu fördern. Mit der Machtübernahme der NSDAP 1933 hätte man nun vermuten können, dass der Import von US Filmen noch weiter heruntergeschraubt wird, doch das Gegenteil war der Fall: ab 1933 stieg der Import von Hollywood-Filmen nach Deutschland stark an und viele US-Filme wurden von den Nationalsozialisten als vorbildlich für die Jugend angesehen und prämiert, so zum Beispiel „Bengali“ mit Cary Cooper. Der Typ des Helden in Hollywood-Filmen wurde als geradezu vorbildlich für den neuen Typus des deutschen Mannes angesehen.

Da Deutschland der grösste und wichtigeste Markt für Hollywood-Filme in Europa war, arrangierten sich die grossen Hollywood Studios problemlos mit dem neuen Deutschland, das Arrangement hielt buchstäblich bis zur deutschen Kriegserklärung im Jahre 1941. Dabei kamen die Deutschen Hollywood ausgesprochen entgegen, als sie den grossen Filmstudios erlaubten durch ein ausgeklügeltes Arrangement mit der Reichsbank Devisen aus Deutschland herauszubringen. Zuvor konnten die Studios – ähnlich wie in der Sowjetunion – das in Deutschland verdiente Geld nur wieder in Deutschland investieren. Im Gegenzug legten die Hollywood Studios den Deutschen Drehbücher und neue Filme zur Begutachtung und Zensur vor – bereits im Entstehungsprozess der Filme. Deutscherseits war in Los Angeles das deutsche Konsulat mit dem Konul G.G. Gyssling mit dieser Aufgabe betraut. Der schweizer Filmhistoriker L. U. Egner stiess bei seiner Forschung über die Geschichte von Warner Brothers auf eine von einem Mitarbeiter des Konsulates verfassten Kritik zu dem Film „Casablanca“, verfasst unmittelbar nach der US Premiere! Die Entdeckung dieser frühen (deutschen) Filmkritik zu diesem Film-Klassiker ist selbst mehr als spektakulär: Mit Kriegsbeginn zwischen Deutschland und den USA wurde auch das deutsche Konsulat in Los Angeles geschlossen, die Mitarbeiter der Filmabteilung sollten jedoch in Hollywood verbleiben und weiterhin über die US-Filmindustrie berichten. Zu diesem Zweck griffen die Deutschen zu einem diplomatischen Trick: Die beiden Mitarbeiter der Filmabteilung des deutschen Konsulates wurden nun offiziell angestellt bei der (in der Schweiz) in Basel ansässigen BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich), die den ganzen Krieg über mit allen Seiten Geschäfte machte und dessen Vertreter der deutschen Seite Hjalmar Schacht war. Als Mitarbeiter der BIZ konnten die zwei Mitglieder der Filmabteilung des deutschen Konsulats den gesammten zweiten Weltkrieg in den USA verbleiben.

Leider konnte Egner bisher nicht in Erfahrung bringen, welcher der beiden Mitarbeiter diese Kritik über Casablanca verfasst hat, die wir nun nachstehend ungekürzt bringen:

 

Casablanca – ein zeitgenössisches Melodram der Extraklasse

Letzte Woche hatte in Los Angeles der Film „Casablanca“ Premiere, ein grosser Film mit einer grossen Besetzung. Unter der Regie von Mihály Kertész Kaminer spielen Ingrid Bergman, Conradt Veit, Humphrey Bogart, S.Z. Sakall, Peter Lorre und Claude Rains.

Vorab muss man ersteinmal offen ausprechen, dass es doch erfreulich ist, dass selbst während dieses Krieges über die Fronten hinweg, es möglich ist, dass in den USA ein Film enstehen konnte, der so unverhohlen deutschfreundlich ist, dass man hoffen kann, dass sich beide Nationen nach diesem Krieg wieder in Freundschaft vereint finden werden. In dem Film „Casablanca“ nun geht es um den moralisch tadellosen deutschen Major Strasser, in tadellos sitzender deutscher Uniform – grandios verkörpert von dem Deutschen Star Conradt Veit – der in diese verkommene Schurken-Metropole Casablanca reist um den Mord an zwei deutschen Volksgenossen und den Diebstahl zweier Transit-Visa aufzuklären. In Casablanca begegnet Strasser nun einer Vielzahl komischer Verbrechernaturen und Kanaillen. Da ist zunächst einmal der zwielichte Besitzer der Schieber-Kneipe „Ricks´s Café“. Um dem verehrten Publikum gleich zu zeigen, mit was für einem Typen wir es hier zu tun haben, haben die Brüder Warner die Rolle mit dem Schauspieler Humphrey Bogart besetzt, einem in den USA sehr bekannten Schurken-Darsteller, der gewöhnlich Mafia-Gangster und Mörder spielt. Auch in diesem Film stellt er den unsympathischen Kneipenbesitzer Rick dar, der sich ua als Waffenschieber verdingt, des reinen Geldes wegen. Die ständige Betonung, dass es sich bei dieser dubiosen Gestalt um einen US-Amerikaner handelt, ist eine bravouröse Kritik an der Rolle die die Wilson Regierung im ersten Weltkrieg einnahm, und die das Roosevelt-Regime heute spielt. Paul Henreid verkörpert den Schwätzer „Viktor Laslo“, ein Typ, der ständig redet und nie handelt – und dessen zwielichtiger Charakter auf den des Grafen Coudenhove-Kalergi basieren soll. Lazlos Heldetum besteht darin, vor den Deutschen so weit wie möglich weg zu laufen und dann im Rundfunk langweilige Ansprachen zu halten und andere junge Männer dazu aufzurufen, etwas zu tun, was er selber lieber lässt, nämlich für seine Ideale zu kämpfen. Der Mann ist so langweilig, dass seine eigene Ehefrau Isla ihn nicht mehr erträgt und sich in die Arme selbst eines dahergelaufenen US-amerikanischen Waffenschiebers rettet. Bei der schauspielerischen Darstellung dieses gelangweilten schwedischen Flittchens brilliert die grosse Schauspielerin Ingrid Bergman, die zweifellos noch eine grosse Zukunft vor sich hat. Auch die anderen Rollen werden – wenn auch typ-gecastet – von herrausragenden Darstellern gespielt, so Peter Lorre in der Rolle des kleinen Gauners, der mit den Transit-Visa eine schnelle Mark verdienen will.

Eine der ganz grossen schauspielerischen Leistungen sehen wir hier von Claude Rains in der Rolle des schmierigen Polizeichefs von Casablanca. Der Vichy-Franzose ist nicht nur korrupt, sondern erpresst auch junge hübsche Frauen zu Handlungen, die zu widerwärtig sind, als dass man sie hier auch nur erwähnen möchte. Es ist bezeichnend, dass sich für diese unsympathische Rolle kein französischer Schauspieler finden konnte und die Rolle des feigen, frauenschändenden Franzosen nun ausgerechnet von dem grandiosen britischen Schauspieler Claude Rains verkörpert wird, ein wahrer Held im wahren Leben und britischer Offizier im Range eines Captains des London Scottisch Regiments im ersten Weltkrieg.

Zu den ergreifensten Szenen des Meisterwerkes: Da ist zunächst die Szene in der der tugendhafte Major Strasser in Rick´s Café die wunderschöne deutsche Weise „Die Wacht am Rhein“ anstimmt. Gibt es etwas friedliebenderes auf der Welt als ein paar Deutsche, die einfach nur friedlich bei einem Glas Bier zusammen sitzen und ein Lied anstimmen? Wohl wahr, aber selbst dies ist nun wieder einigen Vichy-Franzosen zu viel. Sofort fangen die anwesenden Franzosen an zu stören und blöken die Marseillaise, eines der blutrünstigsten Lieder, die jemals geschrieben wurden und krächzen es lauthals aus ihren Franzosenkehlen, die das schleimige Grab unzähliger grüner, elsässischer, arischer Froschschenkel wurden, dass heisst wenn der Franzmann schnell genug war, den Frosch zu erhaschen und nicht  mit der weit langsameren westpfälizischen Weinbergschnecke vorblieb nehmen musste! Die Genialität mit der der Regisseur die hassverzerrten Franzosengesichter beim Gesang ihrer lärmenden Nationalhymne zeigt, lässt einem noch Tage danach erschaudern…

Die zweite, noch weit erschütterndere Szene ist die Schlussszene, in der der Schwätzer und das Flittchen sich mit den geklauten Transit-Papieren in einem portugiesischen Flugzeug auf und davon machen und der gesetzestreue Major Strasser zum Flughafen eilt, um die Transit-Visa zu sichern. Da bleibt einem der Atem stocken, wenn nun der feige US-amerikanische Waffenschieber Rick – sozusagen hinterricks – die Waffe zieht und den deutschen Offizier von  H I N T E N  niederstreckt. Hier offenbart sich die Hinterlistigkeit der Schurken, die es natürlich nicht fertig bringen, einem deutschen Offzier Auge in Auge in fairem Kampfe gegenüberzutreten. Es reicht eben gerade noch für den feigen Dolchstoss von hinten, das kennen wir ja nun schon aus dem letzten Krieg.

Der Regisseur zieht nun eine letzte Trumpfkarte und zeigt in der letzten Einstellung wie der feige Rückenschiesser und der schmierige Vichy-Franzose ziemlich weibisch gemeinsam in die Nacht schlendern, so wie es sonst am Ende eines Filmes der Held und seine holde Maid tun – und dabei noch eine letzte Untat planen, die dieser beiden Mordbuben würdig ist: natürlich überlegen sie sich schon, welchen armen unschuldigen Kreaturen sie diesmal das feige Verbrechen unterschieben können!

Kurz und gut: ein grossartiger Film für die ganze Familie!

Walther Rathenau, General Ludendorff und der II. Weltkrieg

Ludendorff mit Pickelhaube

Walther Rathenau und General Ludendorff, zwei Männer, die im ersten Weltkrieg immensen Einfluß ausübten, haben beide den zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt, umso interessanter ist, daß beide bereits in den zwanziger Jahren vor dem zweiten Weltkrieg warnten und beide auch die totale Zerstörung Deutschlands korrekt vorraussagten, zum Teil unter Nennung verblüffender Details.

Der zweite Weltkrieg datiert geopgraphisch von 1937-1945 in Asien, beginnend mit dem Krieg Japan-China bis zum Abwurf der Atombomben, in Europa von 1939-1945, beginnend mit dem Krieg Polen-Deutschland-Frankreich-England bis zur deutschen Kapitulation im Mai, in den USA von 1941-1945 beginnend mit Pearl Harbour bis zur Kapitulation Japans. Korrekterweise kann man hier anmerken, daß die Kriege in Asien und Europa zunächst lokal begrenzte Kriege waren und der Krieg erst mit dem Eintritt der USA zum wirklichen Weltkrieg wurde. Der Kriegseintritt der USA bezieht sich auf die offiziellen Kriegseintritte durch den Angriff auf Pearl Harbor bzw die erfolgten Kriegserklärungen, obgleich auch hier korrekterweise anzumerken ist, daß die USA sowohl auf dem Asiatischen als auch Europäischen Kriegsschauplatz schon vorher mehr oder weniger militärisch aktiv waren, insbesondere die US Marine.

Walther Rathenaus Rolle während des ersten Weltkrieges und als Politiker der Weimarer Republik bleibt rätselhaft. Scheinbarer Freund des Kaisers und zeitweise quasi Leiter der Kriegswirtschaft, rühmte sich Rathenau unmittelbar nach dem Umsturz 1918 führend bei der Zertrümmerung des Kaiserreiches gewesen zu sein und verlangte von Ebert dafür den Posten des Reichskanzlers. Ebert, der sich etwas überrascht zeigte bot ihm lediglich den Posten des Aussenministers an, den Rathenau dann auf Anraten der Ehefrau Hindenburgs, mit der er sich während des Krieges angefreundet hatte, annahm.

Heute erinnert man sich hauptsächlich an den „Vertrag von Rapallo“, den Rathenau überraschend 1922 mit Vertretern der Sowjetunion unterzeichnete – zum Entsetzen vor allem Frankreichs und Englands, aber auch der USA. Der Vertrag enthielt schon wirtschaftlich Sprengkraft genug, so sah der Vertrag eine Zusammenarbeit Deutschlands und der Sowjetunion auf dem Gebiet der Ölförderung in der Sowjetunion vor, der beiden Ländern immense finanzielle Vorteile bringen würde. Darüber hinaus gab es diverse geheime militärische Abkommen, die den Sowjets deutsche Technik garantierten und den Deutschen Militärs die Möglichkeit boten, militärische Ausbildung und Entwicklungen durchzuziehen, die aufgrund des Versailler Vertrages in Deutschland unmöglich war. Drahtzieher dieses Vertrages war nicht Rathenau sondern der Chef der vermeintlichen 100 000 Mann Reichswehr, General(oberst) von Seekt, der wie es scheint nicht nur die Entscheidung über militärische sondern auch über politische Entwicklungen traf, offensichtlich in Absprache mit Ebert. Rathenau selbst schien über den Vertrag gar nicht so glücklich zu sein. Der immer wieder geäußerte Verdacht, Rathenau wäre aufgrund dieses Vertrages in Konflikt mit dem Kapitän Ehrhard geraten, ist Augenwischerei, da Ehrhard wie nach dem zweiten Wekltkrieg klar wurde, einen geheimen Marine-Nachrichtendienst mit Canaris in einer Führungspositon leitete, und Ehrhard bei dem Rapallo Vertrag auf Linie mit von Seekt war.

Was gerne (absichtlich?) übersehen wird, ist Rathenaus Verhalten nach Bekanntgabe der Friedensbedingungen des Versailler Vertrages. Rathenau, der zunächst unmittelbar nach der Revolution 1918, den Untergang des Kaiserreiches begrüßt und über den Sieg der Entente offensichtlich nicht gerade unglücklich war, fühlte sich verraten und attackierte mit aussergewöhnlich scharfen Worte die sogenannten Siegermächte und beschuldigte sie die Zerstörung Deutschlands und die Vernichtung des deutschen Volkes vorzubereiten, einerseits durch die systematische wirtschaftliche und politische Zerstörung durch den Versailler Vertrag, andererseits durch die Vorbereitung eines zweiten Weltkrieges, in dessen Verlauf, Deutschland in ein einziges Trümmerfeld verwandelt werden sollte, um danach Deutschland (und danach Europa) mit Menschenmassen aus anderen Kontinenten zu fluten. In mehreren Texten, „Nach der Flut“, „Kritik der dreifachen Revolution“, „Der Kaiser“, schreibt Rathenau:

„Doch es naht, trotz Völkerpolizei, der nächste Weltkrieg, den nicht wir entfachen, der aber um unseretwillen gekämpft werden wird.“

Ein seltsame Aussage, Rathenau impliziert, daß dieser Krieg zwar nicht von Deutschland entfacht werden wird, er nennt aber nicht, wer denn nun diesen Krieg entfachen wird (jedenfalls nicht hier und an anderer Stelle ähnlich unklar.) Umso klarer zeichnete Rathenau das schreckliche Bild der Deutschen Heimat NACH diesem neuen Weltkrieg:

„Wer in zwanzig Jahren Deutschland betritt, das er als eines der blühendsten Länder der Erde gekannt hat, wird niedersinken vor Scham und Trauer…Die deutschen Städte werden nicht als Trümmer stehen, sondern als halberstorbene steinerne Blöcke, noch zum Teil bewohnt von kümmerlichen Menschen…Die Landstraßen sind zertreten, die Wälder sind abgeschlagen, auf den Feldern keimt dürftige Saat. Häfen, Bahnen, Kanäle verkommen, und überall stehen, traurige Mahnungen, die hohen verwitterten Bauten aus der Zeit der Größe. Ringsumher erblühen erstarkt alte und neue Länder im Glanz und Leben neuer Technik und Kraft, ernährt vom Blut des erstorbenen Landes, bedient von seinen vertriebenen Söhnen. Der deutsche Geist, der für die Welt gesungen und gedacht hat, wird Vergangenheit. Ein Volk, das Gott zum Leben geschaffen hat, das noch heute jung und stark ist, lebt und ist tot…Dann ist aus dem Gewölbe Europas der einstmal stärkste Stein zermalmt, dann ist die Grenze Asiens an den Rhein gerückt, dann reicht der Balkan bis zur Nordsee. Dann wird eine Horde von Verzweifelten, ein uneuropäischer Wirtschaftsgeist vor den Toren der westlichen Zivilisationen lagern, der nicht mit Waffen, sondern mit Ansteckung die gesicherten Nationen bedroht…Wenn aber die westlichen Nationen in ruhiger, kalter Überlegung aus Vorsicht, Interesse oder Rachegefühl Deutschland langsam töten und diese Tat Gerechtigkeit nennen, indem sie ein neues Leben der Völker, einen ewigen Frieden der Versöhnung und einen Völkerbund verkünden, so wird Gerechtigkeit nie wieder sein, was sie ist, und niemals wieder wird die Menschheit froh werden, trotz aller Triumphe…Menschen aller Völker, bedenkt es! Diese Stunde entscheidet über uns und euch, über uns alle. Entscheidet sie gegen uns, so werden wir unser Schicksel tragen und in die irdische Vernichtung gehen. Unsere Klagen werdet ihr nicht hören“

Die politischen Vorraussagen, besonders über die Situation nach dem neuen Krieg, wenn Deutschland entgültig ausgelöscht werden soll, sind verblüffend, auch wie es geschehen wird.

Ebenso verblüffend sind die Schriften von General Ludendorff, der ab 1929 in zahlreichen Schriften und Zeitungsartikeln seiner eigenen Zeitung, Ludendorffs Volkswarte“ davor warnte, daß in geheimen Zirkeln – wie von Rathenau angekündigt – ein zweiter Weltkrieg vorbereitet wird. Ludendorff gab als Jahr, in dem dieser Weltkrieg stattfinden würde, das Jahr      1941     an.

Als Ludendorff diese Warnungen im Jahr 1929 aussprach, war Deutschland ein politisch und militärisch unbedeutender Faktor. Die NSDAP Hitlers errang bei Wahlen lächerliche 1-2 % und stellte eigentlich noch keine sichtbare Bedrohung da. Umso erstaunlicher ist, daß Ludendorff Hitler und seine Partei als wichtigsten Faktor betrachtete, damit Deutschland in diesen zweiten Weltkrieg geführt werden konnte.

Ludendorff beschuldigte Hitler und die NSDAP immense Summen aus dem Ausland zu erhalten um in den kommenden Wahlen an die Regierung zu kommen. Brüning erklärte nach dem zweiten Weltkrieg, französische Politiker hätten ihm gegenüber bestätigt, daß sie die Hitlerpartei finanziell unterstützt haben. Von daher scheint es auch nicht besonders überraschend, daß die französische Regierung im Jahre 1929 (!!!) – also zu einem Zeitpunkt, als Deutschland militärisch mit seiner traurigen 100 000 Mann Reichswehr keinerlei Gefahr für das 3 Millionen Mann Heer Frankreichs darstellte, den Ausbau der Maginot-Linie – ein Milliardenprojekt und das zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise – beschloß, ein Projekt, das doch nur Sinn machte, wenn man WUSSTE, dass es zu einem neuen Krieg mit Deutschland kommen würde.

Auch den Anlaß zum Krieg – denn irgendwas muss man den Völkern propagandamäßig ja vorsetzen – erfasste Ludendorff erstaunlich klar, als er 1930 die Hitlerpartei (die in Deutschland noch zwei Jahre von der Regierung entfernt war!) beschuldigte, auf Vermittlung Mussolinis einen Pakt mit Stalin geschlossen zu haben, der vorsah, daß in einem Krieg Deutschland gegen Polen und Frankreich, die Sowjetunion an der Ostfront auf Seiten Deutschlands in den Kampf eingreifen werde. Die Sowjets hatten sich mit diesem Plan bereits zuvor an Hindenburg gewandt, der richtigerweise vorraussah, daß ein solches Bündnis zur Kriegserklärung von England und Frankreich an Deutschland führen würde, die nur nach einem Vorwand suchen, Deutschland den Rest zu geben. Hindenburg riet der Regierung von diesem Bündnis ab und Stalin hatte dann – 1929 (!) – bei Herrn Hitler mehr Glück. Eine ähnliche Nummer zogen die Engländer mit dem geheimen Flottenabkommen England – Deutschland ab, das sie mit Hitler unterzeichneten, nachdem Hindenburg (und Ludendorff, den man um Vermittlung bat) ein solches Abkommen als eine Falle ansahen. Obgleich den Historikern die Schriften Ludendorffs zum Pakt zwischen der Hitler Partei und Stalin 1929 bekannt sein dürften, erklärt uns die offzielle Geschichtsschreibung, der Pakt wäre erst unmittelbar vor Ausbruch des Krieges im August durch Ribbentrop / Molotow ausgehandelt worden. Dabei will man uns glauben machen, daß Stalin, der Monate lang mit England, Frankreich und Polen über ein angebliches Bündnis gegen Hitler verhandelt hat, sich dabei also als äußerst vorsichtiger Verhandlungspartner präsentierte, nun innerhalb von 24 Stunden im Hauruck-Verfahren einen Bündnisvertrag mit Hitler unterzeichnet, der doch angeblich in einen Weltkrieg führt und da nimmt sich Stalin nicht mal ein paar Wochen Zeit einen SOLCHEN brandgefährlichen Vertrag mit seinen Beratern zu besprechen???

Tatäschlich hat Ludendorff in seinen Schriften 1929 explizit darauf hingewiesen, daß Hitler (der wie gesagt noch nicht einmal zu der Zeit ein offizielles Regierungsamt inne hatte!!!) und Stalin übereingekommen waren, das Abkommen geheim zu halten bis es zum tatsächlichen Kriegsausdruck kommen würde.

General Ludendorff bezeichnete dieses Abkommen sowie das Bündnis Stalin-Mussolini-Hitler als das denkbar dümmste Bündnis, dem sich Deutschland anschließen konnte und prophezeite, daß Deutschland in dem kommenden zweiten Weltkrieg völlig zermalmt und vernichtet werde, genauso wie der Rest Europas und lediglich Stalin, dem er bei dieser Gelegenheit bescheinigte der Klügste unter all diesen Politstrolchen zu sein –  sich bei dieser Gelegenheit reichlich Beute unter den Nagel reißen würde.

Die Vorhersagen von Ludendorff und Rathenau decken sich über die Pläne dieser überstaatlichen Mächte für das Deutsche Volk. Wie Rathenau glaubt auch Ludendorff, daß nach einem solchen verheerenden zweiten Weltkrieg Europa zetrümmert wird und die herrschenden Eliten sich ein neues Europa ohne Völker aber – wie von Karlspreisträger Coudenhove-Kalergi designed – mit einem neuerschaffenenen Mischvolk (laut Cloudenhove-Kalergi „den alten Ägyptern nicht unähnlich“) erbauen, in dem eine in Reichtum lebende Elite die große Masse als Arbeitssklaven mittels Arbeitsdienst das neue Paradies auf Erden errichten lässt. Coudenhove-Kalergi gibt für seine Europa-Diktatur dann auch gleich die Regeln vor, die selbst vorschreiben, wer wen heiraten bzw wer sich mit wem paaren darf. (Und ja, dieser Mann ist der erste Karlspreisträger und die derzeitige Kanzlerin ist Trägerin des Coudenhove-Kalergi Europapreises). Den politischen Überbau mit dem man den Massen das Gehirn vernebeln will, schöpft Coudenhove-Kalergi aus der Lenin´schen Blaupause für den Aufbau des Sowjetischen Arbeiter- und Bauernparadieses, in der Hoffnung, daß die Menschheit dumm genug ist, diesen Schwindel ein zweites Mal mitzumachen. Was General Ludendorff betrifft, dürfte er wahrscheinlich wenig gescheichelt gewesen sein, daß Coudenhove-Kalergi den General als seinen größten Gegner betrachtete und ihm große geistige Ähnlichkeit mit Lenin bescheinigte. Was Lenin betrifft, scheint es tatsächlich, daß dieser zu den Bewunderen des Generals gehörte zumindest was dessen Organistationstalent betraf.

Interessant ist jedenfalls daß Ludendorff und Rathenau beide recht klar eine sehr düstere Zukunft ziemlich präzise gezeichnet haben, beide in der Absicht eine Katastrophe zu verhindern, von denen sie offenbar wußten, daß sie gezielt bereits in den 20er Jahren vorbereitet war.

Das Märchen vom Verständigungsfrieden

In den letzten Jahren erschienen unzählige Bücher, Aufsätze und Zeitungsartikel, die den ersten Weltkrieg zum Thema haben und immer wieder wird Deutschland einseitig vorgeworfen, einen Siegfrieden angestrebt zu haben und damit sein Unglück 1918 selbst verschuldet zu haben.

In dem Buch von Brigitte Hamann „Der Erste Weltkrieg“ klingt das dann stellvertretend für viele Stimmen so: „Die Friedensfrage spitzt sich in Deutschland zu. Siegfrieden mit Annexionen oder Verständigungsfrieden ohne Annexionen. Hindenburg und die Alldeutschen wollen den Siegfrieden. Auf der anderen Seite steht immerhin die Mehrheit des Reichstags mit Zentrum, SPD und anderen Parteien, die sich – freilich ohne etwas zu bewirken – für den Verständigungsfrieden aussprechen, ebenso wie der Reichskanzler Bethmann-Hollweg. Dieser muß im Juli auf Ludendorffs Betreiben zurücktreten…“

 

Diese Darstellung erweckt gleich mehrere falsche Eindrücke. Zunächst einmal sieht das so aus, als ob Deutschland die Wahl hatte zwischen einem Siegfrieden und einem Verständigungsfrieden. Das hätte aber vorrausgesetzt, daß auch die Entente zu einem Verständigungsfrieden bereit war. Und das war sie nicht. Die Entent-Staaten England und Frankreich haben den gesammten Krieg über  J E D E S   Angebot für einen Verständigungsfrieden abgelehnt, selbst keines gemacht und den gesammten Krieg über  I M M E R   als Vorraussetzung für einen Friedensschluß die 

B E D I N G U N G S L O S E   Kapitulation

der Mittelmächte gefordert.

Auch die Erwähnung Hindenburgs und Ludendorffs in diesem Zusammenhang ist irreführend, da es Aufgabe der OHL war den Krieg zu führen. Friedensverhandlungen und das Aushandeln von Friedensbedingungen gehörten laut Verfassung in das Ressort des Reichskanzlers, die OHL hatte damit nichts zu tun. Die Aufgabe der Militärs war es den Krieg zu führen und militärisch zu GEWINNEN.  J E D E S  Militärische Oberkommando führt Krieg mit dem Auftrag, diesen Krieg zu gewinnen, es gibt in der Geschichte keine Regierung, die ihr Militär in einen Krieg schickt mit dem Auftrag, mal so ein richtig schönes Unentschieden rauszuholen, den Gegner bloß nicht zu sehr fertig zu machen. Natürlich war es Ludendorffs und Hindenburgs  A U F T R A G  zu  S I E G E N, so wie es Fochs, Pershings und Haigs Auftrag war militärisch zu  S I E G E N  . Lediglich wenn in Schlachten keine Partei die Oberhand erlangt und beide Seiten langsam aber sicher ermatten, die eine Seite schneller als die andere – wie das in Russland 1917 der Fall war – einigt man sich auf einen Verständigungsfrieden, mit dem beide Seiten leben können.

Zu den bedeutenderen Friedensangeboten 1914-1918 zählen:

  • Das deutsche Friedensangebot Weihnachten 1916
  • Die Friedensnote Präsident Wilsons fast zu selben Zeit
  • Die Friedensnote des Papstes 1917
  • Die Friedensresolution des Deutschen Reichstages 1917
  • Der 14-Punkte Friedensvorschlag von Präsident Wilson 1918
  • Die Österreichische Note „An Alle“ im Herbst 1918
  • Das deutsche Angebot Ende 1918 auf Grundlage der 14-Punkte Wilsons zu verhandeln

Deutschland hat von sich selbst aus mehrmals Friedensverhandlungen angeboten, 1916 zu einem Zeitpunkt militärischer Stärke und hat mehrmals erklärt auf Grundlage auch der Friedensnote des Papstes sowie der 14 Punkte Wilsons und dem österreichischen Angebot zu verhandeln. Desweiteren hat der Reichstag mit seiner Friedensresolution im Frühjahr 1917 sich klar zu Friedensverhandlungen auf Basis eines Verstädnigungsfriedens bekannt.

Die Entente dagegen – ausser Russland und die Balkanstaaten – haben sämtliche Friedensangebote und Verhandlungen abgelehnt mit der Erklärung, daß sie allein die bedingungslose Kapitulation der Mittelmächte anstreben und jeden Verständigungsfrieden ablehnen.

Die Entente tat dies nicht zuletzt im Vertrauen auf Präsident Wilson, der von Beginn an England und Frankreich zunächst wirtschaftlich unterstützte und England bereits 1916 im Ernstfall die militärische Unterstützung zusagte, für den Fall, das Deutschland und seine Verbündeten militärisch die Oberhand erlangen sollten. In dem House-Grey Memorandum hatte Mandell-House bereits 1916 der britischen Regierung versprochen, daß im Fall eines möglichen deutschen Sieges der Präsident der USA eine Friedensnote an die Kriegführenden Mächte richten würde, die so gehalten sei, daß sie für Deutschland mit unannehmbaren Bedingungen wie Gebietsabretungen verbunden sei und man davon ausgehe, daß Deutschland diese Note ablehnen würde, worauf die USA dies zum Vorwand nehmen würden, um Deutschland dann offiziell den Krieg zu erklären.

Mit dem Vorfall um die Lusitania und dem 1917 wieder eingeführten uneingeschränkten U-Boot Krieg ergab sich dann eine noch elegantere Lösung, aber defacto hatte Deutschland keine Chance. Für den Fall einer deutschen Siegesmöglichkeit hatte sich Wilson verpflichtet auf Seiten Großbritanniens einzugreifen. Die Entente-Staaten konnten von daher getrost bei ihrer Ablehnung eines Verständigungsfriedens bleiben und von Deutschland die bedingungslose Kapitulation fordern, was sie von 1916 bis Kriegsende dann auch völlig offen getan haben. Unverständlich ist in diesem Zusammenhang, daß sich in Deutschland noch immer willfährige Journalisten und Historiker finden, die den Eindruck erwecken, Deutschland hätte einen Siegfrieden gefordert – und dabei absichtlich (?) übersehen, daß Deutschland sehr wohl ein halbes Dutzend Mal öffentlich seine Bereitschaft zu einem Verständigungsfrieden erklärt hat, die Entente aber nicht ein einziges Mal sondern  I M M E R  auf die Bedingungslose Kapitulation der Mittelmächte bestand.

Was den Reichskanzler Bethmann-Hollweg betrifft, so war er keineswegs der „Friedensengel“ als den ihn heute manche Leute gerne hinstellen. Er hat nicht nur Deutschland auf merkwürdige dumme Art und Weise in den Weltkrieg geführt – ua durch die übereilte Kriegserklärungen an Frankreich und Russland (gegen den Protest von Tirpitz und den Widerwillen Kaiser Wilhelm), Bethmann-Hollweg hat mit seinen Reden und Andeutungen zur Einverleibung Belgiens und Polnischer Gebiete und seinen mehr als zwielichtigen Reichstagsreden dazu beizutragen, den Kriegsgegnern Argumente zu liefern, Deutschland habe maßlose Kriegsziele (die freilich nie formuliert wurden, eine andere Dummheit, die auf das Konto des Kanzlers geht, der sich 1916 geweigert hat auf Anfrage Wilsons die deutschen Kriegsziele zu benennen, nachdem die Entente Staaten dies ihrerseits getan hatten.)

Auch die immer wieder aufgestellte Behauptung, Hindenburg, Ludendorff und der Kaiser hätten einen Siegfrieden mit Annexionen gefordert ist unrichtig. Richtig ist vielmehr, daß sich alle drei für eine Erhaltung des Status Quo Ante ausgesprochen haben, im Falle von Hindenburg nachweisbar  mit Memoranden aus dem Jahr 1914 bis zu seinen öffentlichen Reden noch 1918 als die deutschen Armeen noch einmal siegreich in Frankreich vorrückten und Hindenburg öffentlich erklärt hatte, dass die OHL in Frankreich und anderen Gebieten einmarschiert ist, lediglich um den Krieg aus Deutschem Gebiet fernzuhalten, aber nicht um Gebiete anderer Länder zu annektieren. Bereits 1914 hatte Hindenburg Forderungen ua der Alldeutschen zurückgewiesen im Osten Gebiete zu annektieren mit dem Hinweis, in diesen Gebieten leben seit Jahrhunderten Slawische Völker deren rechtmäßiger Besitz diese Länder sind und er könne nicht glauben, daß es in Deutschland Menschen gebe, die so niederträchtig seien, anderen Völkern ihr rechtmäßiges Land wegnehmen zu wollen.

Ludendorff mit Pickelhaube

 

 

 

Der Waffenstillstand 1918

Hundert Jahre nach Beginn des ersten Weltkrieges erschien und erscheint noch immer eine Vielzahl von Büchern und Artikeln, die sich dem Thema Weltkrieg 1914-1918 widmen.

In beispielloser Weise werden dabei Halbwahrheiten und Lügen verbreitet oder Wahrheiten so verdreht und entstellt, dass mehr verschleiert als dabei enthüllt wird.

Symptomatisch dafür ist beispielweise ein Beitrag zum Thema „Waffenstillstand“ in dem ansonsten durchaus sehr informativen Band von Brigitte Hamann „Der Erste Weltkrieg“:   „Weder Hindenburg noch Ludendorff sind bereit, die Verantwortung für die militärische und politische Niederlage zu übernehmen. So wird der Zentrumsabgeordnete Matthias Erzberger mit einer Delegation nach Compiegne bei Paris geschickt…“

Barbara Hamanns Schilderung ist nur eine von unzähligen in Büchern und Zeitungsartikeln, die bewußt den Eindruck erwecken beim Leser, die bösen Militärs hätten sich geweigert, die Waffenstillstandsverhandlungen zu führen und also mußte der arme Zivilist Erzberger ran. Man beachte aber Frau Hamanns Formulierung genau. Sie nimmt dabei das Wort „Waffenstillstand“ nicht in den Mund, wir werden auch gleich sehen weshalb. Stattdessen umschreibt sie, Hindenburg und Ludendorff hätten sich geweigert die politische und militärische Verantwortung zu übernehmen.

Überhaupt ist es erstaunlich wie auch versierte Historiker das Thema Waffenstillstandsverhandlungen umgehen in ihren jüngsten Werken. Manfred Nebelin, der an Ludendorff und Hindenburg kein gutes Haar lässt, geht praktisch gar nicht darauf ein und Herfried Münkler meidet das Thema wie die Pest, auch hier werden wir gleich sehen wieso. Den Vorsitzenden der Waffenstillstandskommission, Matthias Erzberger, erwähnt Münkler in seinem über 900 Seiten starken Buch „Der große Krieg“ genau einmal und zwar in Zusammenhang mit der Friedensresolution des Reichstages 1917, auf Erzbergers Rolle während der Waffenstillstandsverhandlungen geht er gar nicht ein, wohl wissend, daß das sehr dünnes Eis ist und viele der derzeit verbreiteten Märchen entlarven würde. Um das Thema Friedensverhandlungen und Waffenstillstand doch zumindest abzuhandeln, weil irgenwas muss man ja schließlich dazu sagen, ist ihm das gerade ein paar ominöse Sätze wert: „Ludendorff glaubte also, noch Eisen im Feuer zu haben, mit denen er die Waffenstillstandsverhandlungen beeinflußen konnte. Prinz Max von Baden…war diese für die Reichsregierung hochgefährliche Rückfallposition des Militärs nicht entgangen, weswegen er darauf drängte, nicht Waffenstillstands-, sondern Friedensverhandlungen zu führen, bei denen er einen politisch größeren Spielraum zu haben glaubte.“

Münkler bietet hier wirklich alles an Verschleierung auf, was geht, denn welcher unbedarfte Leser, der nicht Verfassungsrecht oder Geschichte studiert hat, weiß, daß laut Verfassung im Kaiserreich Friedensverhandlungen alleinige Sache der Politik (also des Reichskanzlers) war, während die Waffenstillstandsverhandlungen von Militärs geführt werden sollten, wie dies auch in Brest-Littowsk der Fall war.

Das zeigt auch wie absurd die Aussage von Frau Hamann ist, Ludendorff und Hindenburg hätten sich geweigert, die politische Veranwortung zu übernehmen (sie waren sehr wohl bereit die militärische zu übernehmen und Ludendorff hatte bereits eine aus Militärs bestehende Waffenstillstandskommission gebildet). Für die politische Verantwortung waren sie definitiv auch nicht zuständig. Die Politik – Reichskanzler Bethmann-Hollweg – führte das Reich 1914 in den Krieg. Erst ab da übernahmen die Militärs die KRIEGFÜHRUNG, Ludendorff zunächst als Beobachter beim Vormarsch im Westen, Hindenburg war bei Kriegsbeginn noch im Ruhestand und wurde erst wieder reaktiviert bei Tannenberg. Die immer wieder verbreitete Behauptung, die Militärs hätten eine Diktatur während des Krieges errichtet ist und bleibt eine Lüge. Das Amt des Reichskanzlers war von Bismarck für sich selbst konzipiert und mit quasi unbegrenzter Machtfülle ausgestattet, nicht einmal der Kaiser hatte dem Kanzler etwas zu sagen, er konnte ihn lediglich stoppen in dem er ihn entließ. Reichskanzler Bethmann-Hollweg mischte sich auch gleich von Beginn an in katastrophaler Weise in die Kriegführung ein in dem er den Militärs zwei Jahrelang den Einsatz der Flotte verbot und den prostestierenden Großadmiral von Tirpitz in den Zwangsruhestand beförderte und damit der deutschen Kriegführung mehr Schaden zufügte als die Engländer oder Franzosen.

Wenn man schon glaubt es geht nicht mehr dümmer, meldet sich dann auch prompt Prof. Dr. Guido Knopp zu Wort und liefert uns seine eigene Version des Waffenstillstandes 1918: „Um 5:20 früh am 11. November unterschrieb Erzberger den Waffenstillstandsvertrag. Immerhin hatte er für Deutschland noch einige kleinere Abmilderungen der allierten Forderungen erreichen können. In Spa bemerkte Feldmarschall Hindenburg gleichwohl süffisant, es sei wohl das „erste Mal in der Weltgeschichte, dass nicht Militärs den Waffenstillstand abschließen, sondern Politiker.““

Da hat sich der Professor Knopp mal wieder selbst übertroffen. Da er weiß, was er für einen Unfug schreibt, lässt er die Quelle seiner „Weisheit“ gleich ganz weg und im Literaturverzeichnis seiner Schrift „Der Erste Weltkrieg – Die Bilanz in Bildern“ sucht man auch vergeblich nach dem Buch von Matthias Erzberger „Erlebnisse im Weltkrieg“.

Überhaupt ist das Buch von Erzberger ein recht geflissentlich IGNORIERTES Werk zum Thema Waffenstillstand 1918, weil es all diese Märchen die heute in Büchern und Zeitungsartikeln verbreitet werden, schonungslos entlarvt.

Das von Professor Knopp angeführe Hindenburg-Zitat steht da nämlich drin, wortwörtlich und das zeigt auch mit welcher Meisterleistung hier Knopp zitiert und eine Bemerkung von Hindenburg völlig entstellt. Hier also erst mal wie das ganze in dem Buch von Matthias Erzberger tatsächlich steht:

„Am Schluß der Konferenz erschien Generalfeldmarschall von Hindenburg und sagte mir, daß es wohl das erste Mal in der Weltgeschichte sei, daß nicht Militärs den Waffenstillstand abschließen, sondern Politiker; er sei aber ganz damit einverstanden, zumal die Oberste Heeresleitung keine politischen Richtlinien mehr auszugeben habe, die Armee brauche unter allen Umständen Ruhe. Er verabschiedete sich von mir mit den Worten „Reisen Sie mit Gott, und suchen Sie das Beste für unser Vaterland herauszuholen.““

Knopp zitiert Hindenburg tatsächlich wörtlich, in dem er aber selbst das von Erzberger nicht gebrauchte Wort „süffisant“ hinzufügt, lässt Knopp die Sache so aussehen, als amüsiere sich Hindenburg im Richelieu-Stil, den Politikern die Verantwortung aufgehalst zu haben, was heute leider der allgemeine Tenor ist, die bösen Militärs haben sich aus der Verantwortung gestohlen und den armen Politiker Erzberger vorgeschickt, damit er anstelle der Militärs den ungeliebten Waffenstillstandsvertrag unterzeichnen sollte.

Und auch das ist eine Lüge, die Matthias Erzberger selbst in seinem Buch widerlegt:

„Dann schlug zu meiner größten Überraschung der Reichskanzler mich als Delegierten des Kriegskabinetts für die Verhandlungen mit Foch vor…Meine am 6. November 1918 12 Uhr mittags, ganz plötzlich erfolgte Berufung zur Führung der Waffenstillstandsverhandlungen traf mich und fast alle Amtsstellen unvorbereitet. In der Vollmacht stand als erster Bevollmächtigter ein General von Gündel…Ich suchte den Vertreter des Auswärtigen Amtes auf, der mir von der  Mitnahme des Generals von Gündel abriet, da er keine geeignete Persönlichkeit für solche Verhandlungen sei; er setzte sich mit der Regierung in Berlin in Verbindung, um vorzuschlagen, daß ich als Vorsitzender der Kommission bestellt werde. Die Regierung sagte zu. General von Gündel nahm daraufhin an den Verhandlungen gar nicht teil…Bald nach der Ankunft in Spa hatte ich im Sitzungssaal der Obersten Heeresleitung eine Besprechung , bei der sich mehr als zwei Dutzend Offiziere einfanden, die alle mit zu den Verhandlungen ins französische Hauptquartier reisen sollten. Ich ordnete an, daß außer mit nur die Bevollmächtigten Graf Oberdorff, General von Winterfeldt und Kapitän Banselow die Reise anzutreten hätten, da das Auftreten einer großen Anzahl von Offiziere in Frankreich im jetzigen Augenblick untunlich sei…“

Erzberger berichtet hier, was heute fast alle Historiker und Journalisten BEWUSST verschweigen oder verzerren: Die Oberste Heeresleitung hatte sehr wohl die Absicht die Waffenstillstandsverhandlungen selbst zu führen und es waren Erzberger, das Auswärtige Amt und der Reichskanzler, die die OHL austricksten und sowohl den von der OHL bestellten General von Gündel absägten, als auch die Mehrzahl der von der OHL abgestellten Offiziere in letzter Minute rauswarfen.

Vorrausgegangen waren wochenlange Streitereien zwischen OHL einerseits, Auswärtigem Amt und den Reichskanzlern andererseits.

Die OHL hatte auf Friedensverhandlungen gedrängt bereits Mitte August, als die deutschen Armeen noch weit auf feindlichem Boden standen. Hindenburg und Ludendorff schlugen Verhandlungen im neutralen Holland vor. Reichskanzler und Auswärtiges Amt sabotierten dies und suchten den Kontakt zu Wilson, was in den fatalen und verlogenen Noten um die 14 Punkte endete. Max von Baden übergab Ebert die Macht und log ihn praktisch an, daß die Entente bereit wäre auf Grundlage der 14 Punkte von Wilson zu verhandeln.

Als Erzberger, der sich selbst in der Rolle des Friedensmachers und Retter des Vaterlandes sah nun in Compiegne ankam und von Foch wie der letzte Dreck behandelt wurde, fiel er aus allen Wolken, noch mehr als er merkte, daß gar nicht verhandelt werden sollte, sondern KAPITULIERT. Letzteres hatte inzwischen auch Ebert begriffen und war von da an für Erzberger einfach nicht erreichbar, als sich dieser Instruktionen aus Berlin holen wollte. In letzter Verzweiflung kontaktierte Erzberger allen Ernstes Hindenburg, der dann die Entscheidung traf – ohne Rücksprache  mit Ebert – daß Erzberger unterzeichnen sollte.

Es versteht sich von selbst, daß wenn – wie Ludendorff es vorgeschlagen hätte – nicht auf französischen Boden, sondern wie von der OHL verlangt im neutralen Holland verhandelt worden wäre, Foch sich solche Unverschämtheiten wohl kaum herausgenommen hätte, besonders wenn man sich vor Augen führt, wie Foch einige Jahre später auf seinem Krankenlager abgeschnappt ist, als Hindenburg ihm ein paar freundliche Zeilen geschrieben hatte und Foch am Sonntag den gesammten Generalstab zusammengetrommelt hat um eine würdige Antwortnote an den hochverehrten Feldmarschall von Hindenburg aufzusetzen und es Fochs größte Angst war, er könne sterben, bevor die Meldung kam, daß Hindenburg sein Antwortschreiben auch wirklich erhalten habe.

Für diese Zivilisten, die da nach Compiegne kamen, hatte Foch nur Verachtung übrig und in seinen Erinnerungen berichtet Erzberger zerknirscht, daß Foch in den folgenden Tagen 5 Schreiben wegen des Waffenstillstandes an die OHL gesandt hat und es offenbar vorzog lieber mit den Militärs als mit der zivilen Regierung zu verhandeln.

Der später als Wirtschaftsexperte weltbekannt gewordene  J.M. Keynes, der auf seiten der Briten an den Verhandlungen teilnahm, berichtet: „Inzwischen hatten die Deutschen uns getroffen…Erzberger, fett und widerlich in einem Pelzmantel, ging den Bahnsteig entlang zum Salonwagen des Marschalls. Mit ihm war ein General und Seekapitän…Als Gruppe entsprachen sie wundervoll der volkstümlichen Vorstellung von Hunnen. Die persönliche Erscheinung dieser Rasse spricht wirklich außerordentlich gegen sie. Wer weiß, vielleicht ist dies die wirkliche Ursache des Krieges!“  Auch Keynes bekleckert sich mit seinen Aussagen nicht gerade  mit Ruhm, es zeigt aber, daß weder Foch noch der Rest der Entente von Erzberger und seiner traurigen Truppe eine besonders hohe Meinung hatten.

Immerhin ist Erzberger in seinen Erinnerungen ehrlich genug in seiner Darstelllung, daß nicht die Militärs sich geweigert haben, die Waffenstillstandsverhandlungen zu führen, sondern daß sich Auswärtiges Amt und Reichskanzler und er selbst das ganze unter den Nagel gerissen haben, in der Meinung , daß sie in Compiegne einen recht annehmbaren Frieden auf Grundlage der 14 Punkte Wilsons erhalten und in der Heimat als Helden gefeiert würden.

Was Hindenburg und Ludendorff betrifft, auch hier täte Erhlichkeit gut. Sie waren Soldaten und die besten Oberbefahlshaber des Krieges. Sie haben diesen Krieg NICHT angefangen, das war die Politik (und bis heute ist nicht klar, was da wirklich passiert ist), auf Deutscher Seite trägt die Hauptverantwortung für den Kriegseintritt der Reichskanzler Bethmann-Hollweg und NICHT Hindenburg und Ludendorff. Hindenburg und Ludendorff kamen erst Mitte 1916 in die 3. OHL . Bis dahin hatten der Reichskanzler Bethmann-Hollweg und der Chef der 2. OHL Falkenhayn Deutschland mehr Schaden als Nutzen zugefügt, der Kanzler durch seine unsagbar furchtbare Reden zum Thema Belgien und sein Verbot, die Marine einzusetzen, Falkenhayn durch die dämlichste aller „Strategien“, den unsäglichen Angriff auf Verdun. Als Hindenburg und Ludendorff die 3. OHL übernahmen kämpfte Deutschland gegen eine Übermacht an Feinden an den harmloseren Fronten gegen 3:1 an den kritischeren gegen 9:1 . Die Entente bot rund 30 Staaten, darunter die Mächtigsten der Welt gegen Deutschland und seine drei Verbündeten auf. Innerhalb weniger Monate gelang es Ludendorff und Hindenburg diese Übermacht durch Siege im Osten einerseits, einer neuen Strategie der gestaffelten Verteidigung im Westen, zusammenzuhauen – trotz des Kriegseintrittes der USA!!! – im Frühjahr 1918 auf 1 : 1  !!!    Tatäschlich hatten die Deutschen zum erstenmal seit Kriegsbeginn 1914 genausoviele Soldaten wie die Entente an der Front. Was Hindenburg und Ludendorff da militärisch auf die Beine gestellt haben ist einzig in der Kriegsgeschichte. Die Entente-Generäle gaben nach dem Krieg zu, daß bis Juli 1918 Deutschland fast den Krieg gewonnen hätte, danach waren die Kräfte die Wilson aus den USA herüberschickte schon wieder zu stark. Hindenburg und Ludendorff vorzuwerfen gegen diese Übermacht nicht angekommen zu sein ist genauso lächerlich wie wenn man 4 Männer, die gegen 30 kämpfen beschimpft, daß sie sich gegen diese 30 zur Wehr gesetzt haben, anstatt sich von ihnen einfach zusammenprügeln zu lassen.

Mit dem Zusammenbruch Russlands war der Krieg eigentlich für die Mittelmächte gewonnen. Durch den Verlogenen Vorfall mit der Lusitania brachten Mandel-House und Wilson die USA in den Krieg, um die Entente doch noch zu retten. Was wir heute brauchen ist keine Propaganda sondern die Wahrheit. Nicht nur über den Waffenstillstand, sondern auch über die wahren Ursachen von 1914 / 18, die bis heute noch immer weitgehend im Dunkeln sind.

Ludendorff mit Pickelhaube

Wonder Woman General Ludendorff und das perfide Albion

Versuch einer Filmkritik

von Michael Huck

Vor wenigen Wochen trat der neue Wonder Woman Spielfilm seinen Siegeszug um die Welt an. Die Regisseurin Patty Jenkins liefert ein Feuerwerk an Action, grandiosen Bildern, einem brillianten Drehbuch, das andere Comic-Verfilmungen weit hinter sich lässt, in der Hauptrolle die gleichermassen attraktive wie charismatische israelische Schauspielerin Gal Gadot, die das Kunststück fertig bringt in der Rolle von Wonder Woman ebenso zu überzeugen wie damals Lynda Carter in der gleichnamigen TV Serie.

 

Der Film mischt Comic-Buch Realität mit Propanda und Geschichte, während Wonder Woman eine Comic Buch Figur ist, basiert der Charakter von General Ludendorff auf den echten deutschen General Ludendorff, der sich von der Comic Figur recht deutlich unterscheidet und von dem hier vor der eigentlichen Betrachtung des Filmes ein Zitat vorangestellt werden soll; unmittelbar nach Ende des 1. Weltkrieges behauptete Ludendorff, geheime Gesellschaften, die sogenannten „überstaatlichen Mächte“ hetzen die Völker zu ihrem eigenen Vorteil in Kriege. Wörtlich schrieb Ludendorff: „Selbstverständlich machten sich die überstaatlichen Mächte die in den Völkern vorhandenen Regungen des Selbsterhaltungswillens und vorhandenes Machtwollen zu Nutze, sie arbeiteten mit den Schwächen der Regierenden. Völker wurden gegen Völker, Volksgruppen gegen Volksgruppen, Sippen gegen Sippen, Menschen gegen Menschen gehetzt, ohne daß sie ahnten, wozu sie sich mißbrauchen ließen…“

 

Nun zu Patty Jenkins Film, der Film beginnt in Paris und wir hören Wonder Woman´s Stimme aus dem Off, die über das Böse in der Welt spricht, während die Kamera uns die gläserne Maurer-Pyramide zeigt.

Gleich darauf wird die eigentliche Geschichte des Filmes in einer Rückblende erzählt und wir sind auf der Paradies-Insel der Amazonen, die in einem vor-christlichen Matriachat leben, Amazonen, die das Gute selbst verkörpern und von Kindesbeinen an lernen, das Gute mit..brutalster Gewalt durchzusetzen.

Der Film unterscheidet sich hier gleich in mehreren Punkten von William Moulton Marston´s Comic-Buch Reihen. In den Comics spielte die Handlung im zweiten Weltkrieg, Wonder Woman kämpft an der Seite von Steve Trevor gegen Hitler und die Nazis. William Moulton Marston, ein brillianter Showman mit fundierten Kenntnissen in Psychologie und Psychologie der Massen, und definitiv ein Bruder im Geiste des legendären John Willie, schuf mit Wonder Woman eine weibliche Superheldin von ähnlicher Klasse wie Superman oder Batman, allerdings mit wesentlich mehr Tiefe – was auch diesem Film zu Gute kommt – und einem geradezu atemberaubenden Fetish für Bondage Szenen, die in der TV-Serie mit Lynda Carter noch bewußt zelebriert wurden, während dieser in den Comics dominierende Aspekt fast völlig aus dem Kinofilm verbannt wurde.

Die eigentliche Geschichte beginnt, als der US-Pilot Steve Trevor ins Meer fällt, verfolgt von kaiserlichen deutschen Marine-Soldaten, die umgehend die Paradies-Insel attackieren und sich eine wüste Schlacht mit den Amazonen liefern.

Der US Soldat Steve Trever erklärt (ua in einer Rückblende INNERHALB der Rückblende), dass die Welt sich im Krieg mit dem Deutschen Kaiserreich befindet, das das Böse in der Welt schlechthin personifiziert und deswegen von den guten, demokratischen Nationen wie England, Frankreich, den USA und dem zaristischen Russland (alles Länder, die in Sachen Demokratie, Menschenrechte, Rassenunterdrückung und Kolonialsmus selbst äußerst Zwielichtiges geleistet haben) unbedingt besiegt werden muss, in einem Krieg, der alle Kriege beenden wird.

Die Amazonen vermuten, daß sich hinter dem Krieg in Wirklichkeit der Vater aller Kriege, der durch und durch bösartige Gott des Krieges – Ares -verbirgt, und Wonder Woman, ausgerüstet mit Schild, Lasso und Schwert, macht sich auf, Steve Trevor nach Europa zu begleiten, um das Böse zu bekämpfen.

Die aktuelle Kriegslage ist dabei diese: Im Jahr 1918 stehen die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der Entente und dem deutschen Reich unmittelbar bevor. Das deutsche Kaiserreich ist mit dem Osmanischen Reich verbündet, wobei darüber hinaus ein persönliches Bündnis des deutschen Kaisers mit dem Islam besteht. Bereits mehrere Jahre vor Ausbruch des ersten Weltkrieges erklärte Kaiser Wilhelm in einer Rede in Damaskus: „Möge der Sultan und mögen die 300 Millionen Mohammedaner…dessen versichert sein, daß zu allen Zeiten der deutsche Kaiser ihr Freund sein wird.“

Enter Ludendorff – als Filmfigur (die mit dem wirkliche  Ludendorff nichts zu tun hat) aber weitgehend der (falschen) Propaganda entspricht, die bis heute über den General verbreitet wird und die sich der Film vortrefflich zu Nutze macht um einen überdimensionalen Filmbösewicht zu erschaffen. So wird Ludendorff als kriegslüsterner Militarist eingeführt, der nebenbei Menschen erschießt, die ihn nur mal schief ansehen und der mit seiner Komplizin, der unheimlichen Chemikerin Dr. Poison, der das halbe Gesicht weggesprengt wurde und die trozdem ausgesprochen schön rüberkommt und deren sichtliche Verletzbarkeit in krassem Gegensatzu zu ihren (Un-) Taten steht, eine letzte Große Attacke plant um den Frieden zu verhindern. Ludendorff und Dr. Poison werden uns nun als die Schurken des Filmes präsentiert, die versuchen in letzter Minute noch die Waffenstillstandsverhandlungen zu sabotieren (in der Wirklichkeit waren es Ludendorff und Hindenburg, die seit August 1918 auf Waffenstillstandsverhandlungen drängten, was Reichskanzler und Aussenministerium unbegreiflicherweise sabotiert und verzögert haben).

 

Steve Trevor und Wonder Woman reisen nun nach England wo sie Sir Patrick, einen britischen Parlamentarier treffen, der sich für die zügige Durchführung der Friedensverhandlungen stark macht, um den furchtbaren Krieg endlich zu beenden. Mit Hilfe von Sir Patrick stellen Wonder Woman und Steve Trevor eine Gruppe von Professionals zusammen, die nach Belgien sollen um Ludendorff und Dr. Poison an der Sabotage des Waffenstillstands zu hindern. Die kleine Truppe erinnert an ähnliche Professionals aus den Filmen von Howard Hawks wie Rio Bravo oder Only Angels have Wings, ebenso wie Gal Gadots Wonder Woman in ihrer Selbständigkeit, Furchtlosigkeit und Dominanz an die Frauencharaktere in den Howard Hawks Filmen erinnert (einige der besten Action-Filme von Hawks stammen von der Drehbuchautorin Leigh Brackett).

 

Wonder Woman und ihre kleine Gruppe kommen schnell zu dem Schluß, dass Ludendorff  und der Kriegsgott Ares ein und dieselbe Person sind und der Krieg nur beendet werden kann, wenn es Wonder Woman gelingt, Ludendorff-Ares zu töten.

Das Drehbuch arbeitet nun geschickt auf mehreren Ebenen. Zum einen wird Wonder Woman als aufrechte, mutige aber (scheinbar) naive Frau aus einer Paradies-Welt vorgestellt, die die brutale Realität der Menschen-Erde mit ihrem gutmüten Wesen gar nicht zu erfassen vermag. Als sie ihren verblüfften Gefährten erklärt, daß die Deutschen ebenso gute Menschen sind wie die anderen Völker, gab es in der Vorstellung, die ich besuchte, irritiertes Gelächter.

In einer anderen Szene unterhält sich Wonder Woman mit einem Indianer, der ihr erklärt, daß er einem Volk angehört, dem alles geraubt wurde. Als Wonder Woman nachfragt, wer denn das böse Volk war, das sein Volk beraubt hat, zeigt der Indianer auf Wonder Woman´s US-Amerikanischen Freund Steve Trevor und sagt „Das war sein Volk.“ worauf Wonder Woman erste Zweifel an den Behauptungen und der Propanda der Entente einen Krieg zu führen, der alle Kriege beendet, kommen.

Ludendorff wird nun als dermaßen abgrundtief böser Schurke dargestellt, wobei der Film bewußt die Propaganda-Darstellung der Entente des 1. Weltkrieges aufgreift und diese noch bis ins Unerträgliche steigert um aus Ludendorff einen Über-Psychopathen zu machen, gegen den Batman´s „Joker“ eine Art Sympathieträger ist.

Wonder Woman setzt nun alles daran, in Ludendorff´s Nähe zu kommen und in ebenso witzigen, sarkastischen und actiongeladenen Szenen schafft sie es schließlich Ludendorff zu töten. Als aber nach Ludendorffs Tod der Krieg unvermindert weitergeht, kommt ihr der Verdacht, den falschen Mann getötet zu haben und sie zweifelt, daß Ludendorff tatsächlich Ares war.

Sie bricht mit ihren amerikanischen und britischen Verbündeten und WEIGERT sich mit ihnen erneut gegen die Deutschen zu kämpfen, da ihr der Verdacht kommt, daß ihre Entente Freunde auch nicht besser sind.

In einem erstaunlichen Twist in den letzten Filmminuten taucht nun plötzlich die scheinbar so harmlose Gestalt des friedliebenden britischen Politikers Sir Patrick auf, der sich schnell als der wirkliche Ares – Gott des Krieges – entpuppt. Und jetzt zieht der Film wirklich ALLE Register und zeigt daß das Drehbuch jede naive Comic-Buch Philosophie beiseite wischt und knallharte Politik durch den Nebel bricht: Auch nachdem Sir Patrick Helm und Rüstung trägt und zum übergroßen Kriegsgott Ares mutiert, ist unter dem Helm des Ares das Gesicht des britischen, friedenheuchelnden Politikers Sir Patrick zu sehen, oder wie Kaiser Wilhelm das sagen würde, die Fratze des perfiden Albion. Und das Unglaubliche passiert in diesen letzten Minuten des Filmes, bringt dieser Film tatsächlich allen Ernstes die Botschaft herüber, daß hinter den Kriegen eine verborgene Macht steht, die die Völker und Menschen gegeneinander aufhetzt, die Comic-Verfilmung beinhaltet also die GLEICHE Botschaft, wie wir sie von dem ECHTEN General Ludendorff gehört haben.

Und hier ist dann auch der nächste Twist der Story: Wenn also nicht der als Propaganda-Schurke präsentierte Ludendorff der Gott des Kriegs ist, sondern der vermeintliche Friedenspolitiker Sir Patrick, was bedeutet das denn für Ludendorff, der zuvor Sir Patrick bekämpfte – also genaugenommen auf der Seite Wonder Womans gegen Ares kämpfte, während ihr US-Amerikanischer Freund Ares – das perfide Albion – also DAS BÖSE unterstützte?

Um zu begreifen, was hier wirklich passiert, sollte man nun einen etwas genaueren Blick auf den WIRKLICHEN Ludendorff werfen:

Ludendorff galt als einer der fähigsten Soldaten des deutschen Generalstabes. Dennoch wurde er 1912 aus dem Generalstab geworfen und in die Provinz versetzt, nachdem er sich mit dem Kriegsministerium angelegt hatte und behauptet hatte, die Politik würde die Armee systematisch boykottieren. Zu Beginn des 1. Weltkrieges setzte sich Ludendorff unaufgefordert an die Spitze an der Westfront, führte Angriffe in der ersten Reihe an und brachte die stärkste Festung Europas, die Festung von Lüttich in seine Gewalt, ohne dabei einen Menschen zu töten. Ludendorff erstaunte danach 4 Jahre lang, indem er und Hindenburg gegen eine je nach Front drei- bis neunfache Übermacht an feindlichen Soldaten aussergewöhnlich geschickt operierten. Nach dem Krieg drängte Ludendorff immer wieder auf Klärung der Kriegsschuldfrage und behauptete immer wieder, daß in Geheimlogen zusammengeschlossene Eliten die Völker in Kriege führen zum eigenen Vorteil dieser Eliten, die eine One-World-Diktatur anstreben würden. Ab 1929 beschuldigte Ludendorff Hitler öffentlich in Reden und Zeitungsartikeln seiner eigenen Zeitung „Ludendorffs Volkswarte“ Hitler werde Deutschland an der Seite Mussolinis in einen zweiten Weltkrieg führen, dessen Ziel die Zerstörung Europas sei um dann aus diesem zerstörten Europa eine neue paneuropäische Diktatur zu errichten, in dem die Völker aufgelöst und und als willenlose Masse von einer machtgierigen Elite ausgebeutet werden. Ludendorff attackierte Hitlers Politik völlig offen, forderte Hindenburg mehrmals auf, die Nazi-Regierung zu verhaften und abzusetzen und Mitte der 30er Jahre schickte Ludendorff einen Sekundanten zu Dr. Goebbels um diesem eine Duell-Forderung zu überbringen (Goebbels lehnte ab). Ludendorff, der im ersten Weltkrieg die Gleichstellung der Juden in den von deutschen eroberten Gebieten durchsetzte, kritisierte später auch die Nazis in seiner Zeitung „Ludendorffs Volkswarte“ als die Nazis jüdische Geschäfte boykottierten und Juden die Staatsbürgerschaft absprechen wollten. Ludendorffs Tannenbergbund (der später von den Nazis verboten wurde) ging ein Bündnis mit der jüdischen Kna´anim Bewegung ein, Anfang der 30er Jahre zu spät um noch wirksam politisch tätig zu werden.

Ludendorff und Wonder Woman haben also jeder auch gegen die Nazis gekämpft, Wonder Woman in den Comic Heften, Ludendorff in der Realität, wobei Ludendorffs Kampf gegen die Nazis heute gerne verschwiegen wird, da man damit untrennbar verbunden auch seinen eigenwilligen Kampf gegen Pan-Europa erklären müsste, wofür derzeit politisch gewiss kein Interesse besteht.

Eine weitere interessante Gemeinsamkeit zwischen Wonder Woman und Ludendorff ergibt sich aus dem Kampf von Ludendorff und seiner Frau Mathilde gegen das Christentum ua mit Schriften wie „Erlösung von Jesu Christo“ in denen Frau Ludendorff den Deutschen rät zu germanischen Vorstellungen von Recht und Freiheit zurückzukehren und so in einer Gesellschaft zu leben, nicht unähnlich den Gesetzen auf der Amazonen Paradies-Insel.

Festzuhalten bleibt, daß Ludendorffs Botschaft von den überstaatlichen Mächten, die Völker gegeneinander aufhetzen und in Kriege führen, der Botschaft des Filmes, die Völker werden von einer geheimen bösen Macht (die erstaunlicher Weise recht angelsächsische Züge trägt) sehr nahe kommt. Was wollen uns also die Autoren des Filmes damit sagen???

Ludendorff mit Pickelhaube