Das Märchen vom Verständigungsfrieden

Quelle: Das Märchen vom Verständigungsfrieden

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Das Märchen vom Verständigungsfrieden

In den letzten Jahren erschienen unzählige Bücher, Aufsätze und Zeitungsartikel, die den ersten Weltkrieg zum Thema haben und immer wieder wird Deutschland einseitig vorgeworfen, einen Siegfrieden angestrebt zu haben und damit sein Unglück 1918 selbst verschuldet zu haben.

In dem Buch von Brigitte Hamann „Der Erste Weltkrieg“ klingt das dann stellvertretend für viele Stimmen so: „Die Friedensfrage spitzt sich in Deutschland zu. Siegfrieden mit Annexionen oder Verständigungsfrieden ohne Annexionen. Hindenburg und die Alldeutschen wollen den Siegfrieden. Auf der anderen Seite steht immerhin die Mehrheit des Reichstags mit Zentrum, SPD und anderen Parteien, die sich – freilich ohne etwas zu bewirken – für den Verständigungsfrieden aussprechen, ebenso wie der Reichskanzler Bethmann-Hollweg. Dieser muß im Juli auf Ludendorffs Betreiben zurücktreten…“

 

Diese Darstellung erweckt gleich mehrere falsche Eindrücke. Zunächst einmal sieht das so aus, als ob Deutschland die Wahl hatte zwischen einem Siegfrieden und einem Verständigungsfrieden. Das hätte aber vorrausgesetzt, daß auch die Entente zu einem Verständigungsfrieden bereit war. Und das war sie nicht. Die Entent-Staaten England und Frankreich haben den gesammten Krieg über  J E D E S   Angebot für einen Verständigungsfrieden abgelehnt, selbst keines gemacht und den gesammten Krieg über  I M M E R   als Vorraussetzung für einen Friedensschluß die 

B E D I N G U N G S L O S E   Kapitulation

der Mittelmächte gefordert.

Auch die Erwähnung Hindenburgs und Ludendorffs in diesem Zusammenhang ist irreführend, da es Aufgabe der OHL war den Krieg zu führen. Friedensverhandlungen und das Aushandeln von Friedensbedingungen gehörten laut Verfassung in das Ressort des Reichskanzlers, die OHL hatte damit nichts zu tun. Die Aufgabe der Militärs war es den Krieg zu führen und militärisch zu GEWINNEN.  J E D E S  Militärische Oberkommando führt Krieg mit dem Auftrag, diesen Krieg zu gewinnen, es gibt in der Geschichte keine Regierung, die ihr Militär in einen Krieg schickt mit dem Auftrag, mal so ein richtig schönes Unentschieden rauszuholen, den Gegner bloß nicht zu sehr fertig zu machen. Natürlich war es Ludendorffs und Hindenburgs  A U F T R A G  zu  S I E G E N, so wie es Fochs, Pershings und Haigs Auftrag war militärisch zu  S I E G E N  . Lediglich wenn in Schlachten keine Partei die Oberhand erlangt und beide Seiten langsam aber sicher ermatten, die eine Seite schneller als die andere – wie das in Russland 1917 der Fall war – einigt man sich auf einen Verständigungsfrieden, mit dem beide Seiten leben können.

Zu den bedeutenderen Friedensangeboten 1914-1918 zählen:

  • Das deutsche Friedensangebot Weihnachten 1916
  • Die Friedensnote Präsident Wilsons fast zu selben Zeit
  • Die Friedensnote des Papstes 1917
  • Die Friedensresolution des Deutschen Reichstages 1917
  • Der 14-Punkte Friedensvorschlag von Präsident Wilson 1918
  • Die Österreichische Note „An Alle“ im Herbst 1918
  • Das deutsche Angebot Ende 1918 auf Grundlage der 14-Punkte Wilsons zu verhandeln

Deutschland hat von sich selbst aus mehrmals Friedensverhandlungen angeboten, 1916 zu einem Zeitpunkt militärischer Stärke und hat mehrmals erklärt auf Grundlage auch der Friedensnote des Papstes sowie der 14 Punkte Wilsons und dem österreichischen Angebot zu verhandeln. Desweiteren hat der Reichstag mit seiner Friedensresolution im Frühjahr 1917 sich klar zu Friedensverhandlungen auf Basis eines Verstädnigungsfriedens bekannt.

Die Entente dagegen – ausser Russland und die Balkanstaaten – haben sämtliche Friedensangebote und Verhandlungen abgelehnt mit der Erklärung, daß sie allein die bedingungslose Kapitulation der Mittelmächte anstreben und jeden Verständigungsfrieden ablehnen.

Die Entente tat dies nicht zuletzt im Vertrauen auf Präsident Wilson, der von Beginn an England und Frankreich zunächst wirtschaftlich unterstützte und England bereits 1916 im Ernstfall die militärische Unterstützung zusagte, für den Fall, das Deutschland und seine Verbündeten militärisch die Oberhand erlangen sollten. In dem House-Grey Memorandum hatte Mandell-House bereits 1916 der britischen Regierung versprochen, daß im Fall eines möglichen deutschen Sieges der Präsident der USA eine Friedensnote an die Kriegführenden Mächte richten würde, die so gehalten sei, daß sie für Deutschland mit unannehmbaren Bedingungen wie Gebietsabretungen verbunden sei und man davon ausgehe, daß Deutschland diese Note ablehnen würde, worauf die USA dies zum Vorwand nehmen würden, um Deutschland dann offiziell den Krieg zu erklären.

Mit dem Vorfall um die Lusitania und dem 1917 wieder eingeführten uneingeschränkten U-Boot Krieg ergab sich dann eine noch elegantere Lösung, aber defacto hatte Deutschland keine Chance. Für den Fall einer deutschen Siegesmöglichkeit hatte sich Wilson verpflichtet auf Seiten Großbritanniens einzugreifen. Die Entente-Staaten konnten von daher getrost bei ihrer Ablehnung eines Verständigungsfriedens bleiben und von Deutschland die bedingungslose Kapitulation fordern, was sie von 1916 bis Kriegsende dann auch völlig offen getan haben. Unverständlich ist in diesem Zusammenhang, daß sich in Deutschland noch immer willfährige Journalisten und Historiker finden, die den Eindruck erwecken, Deutschland hätte einen Siegfrieden gefordert – und dabei absichtlich (?) übersehen, daß Deutschland sehr wohl ein halbes Dutzend Mal öffentlich seine Bereitschaft zu einem Verständigungsfrieden erklärt hat, die Entente aber nicht ein einziges Mal sondern  I M M E R  auf die Bedingungslose Kapitulation der Mittelmächte bestand.

Was den Reichskanzler Bethmann-Hollweg betrifft, so war er keineswegs der „Friedensengel“ als den ihn heute manche Leute gerne hinstellen. Er hat nicht nur Deutschland auf merkwürdige dumme Art und Weise in den Weltkrieg geführt – ua durch die übereilte Kriegserklärungen an Frankreich und Russland (gegen den Protest von Tirpitz und den Widerwillen Kaiser Wilhelm), Bethmann-Hollweg hat mit seinen Reden und Andeutungen zur Einverleibung Belgiens und Polnischer Gebiete und seinen mehr als zwielichtigen Reichstagsreden dazu beizutragen, den Kriegsgegnern Argumente zu liefern, Deutschland habe maßlose Kriegsziele (die freilich nie formuliert wurden, eine andere Dummheit, die auf das Konto des Kanzlers geht, der sich 1916 geweigert hat auf Anfrage Wilsons die deutschen Kriegsziele zu benennen, nachdem die Entente Staaten dies ihrerseits getan hatten.)

Auch die immer wieder aufgestellte Behauptung, Hindenburg, Ludendorff und der Kaiser hätten einen Siegfrieden mit Annexionen gefordert ist unrichtig. Richtig ist vielmehr, daß sich alle drei für eine Erhaltung des Status Quo Ante ausgesprochen haben, im Falle von Hindenburg nachweisbar  mit Memoranden aus dem Jahr 1914 bis zu seinen öffentlichen Reden noch 1918 als die deutschen Armeen noch einmal siegreich in Frankreich vorrückten und Hindenburg öffentlich erklärt hatte, dass die OHL in Frankreich und anderen Gebieten einmarschiert ist, lediglich um den Krieg aus Deutschem Gebiet fernzuhalten, aber nicht um Gebiete anderer Länder zu annektieren. Bereits 1914 hatte Hindenburg Forderungen ua der Alldeutschen zurückgewiesen im Osten Gebiete zu annektieren mit dem Hinweis, in diesen Gebieten leben seit Jahrhunderten Slawische Völker deren rechtmäßiger Besitz diese Länder sind und er könne nicht glauben, daß es in Deutschland Menschen gebe, die so niederträchtig seien, anderen Völkern ihr rechtmäßiges Land wegnehmen zu wollen.

Ludendorff mit Pickelhaube

 

 

 

Der Waffenstillstand 1918

Hundert Jahre nach Beginn des ersten Weltkrieges erschien und erscheint noch immer eine Vielzahl von Büchern und Artikeln, die sich dem Thema Weltkrieg 1914-1918 widmen.

In beispielloser Weise werden dabei Halbwahrheiten und Lügen verbreitet oder Wahrheiten so verdreht und entstellt, dass mehr verschleiert als dabei enthüllt wird.

Symptomatisch dafür ist beispielweise ein Beitrag zum Thema „Waffenstillstand“ in dem ansonsten durchaus sehr informativen Band von Brigitte Hamann „Der Erste Weltkrieg“:   „Weder Hindenburg noch Ludendorff sind bereit, die Verantwortung für die militärische und politische Niederlage zu übernehmen. So wird der Zentrumsabgeordnete Matthias Erzberger mit einer Delegation nach Compiegne bei Paris geschickt…“

Barbara Hamanns Schilderung ist nur eine von unzähligen in Büchern und Zeitungsartikeln, die bewußt den Eindruck erwecken beim Leser, die bösen Militärs hätten sich geweigert, die Waffenstillstandsverhandlungen zu führen und also mußte der arme Zivilist Erzberger ran. Man beachte aber Frau Hamanns Formulierung genau. Sie nimmt dabei das Wort „Waffenstillstand“ nicht in den Mund, wir werden auch gleich sehen weshalb. Stattdessen umschreibt sie, Hindenburg und Ludendorff hätten sich geweigert die politische und militärische Verantwortung zu übernehmen.

Überhaupt ist es erstaunlich wie auch versierte Historiker das Thema Waffenstillstandsverhandlungen umgehen in ihren jüngsten Werken. Manfred Nebelin, der an Ludendorff und Hindenburg kein gutes Haar lässt, geht praktisch gar nicht darauf ein und Herfried Münkler meidet das Thema wie die Pest, auch hier werden wir gleich sehen wieso. Den Vorsitzenden der Waffenstillstandskommission, Matthias Erzberger, erwähnt Münkler in seinem über 900 Seiten starken Buch „Der große Krieg“ genau einmal und zwar in Zusammenhang mit der Friedensresolution des Reichstages 1917, auf Erzbergers Rolle während der Waffenstillstandsverhandlungen geht er gar nicht ein, wohl wissend, daß das sehr dünnes Eis ist und viele der derzeit verbreiteten Märchen entlarven würde. Um das Thema Friedensverhandlungen und Waffenstillstand doch zumindest abzuhandeln, weil irgenwas muss man ja schließlich dazu sagen, ist ihm das gerade ein paar ominöse Sätze wert: „Ludendorff glaubte also, noch Eisen im Feuer zu haben, mit denen er die Waffenstillstandsverhandlungen beeinflußen konnte. Prinz Max von Baden…war diese für die Reichsregierung hochgefährliche Rückfallposition des Militärs nicht entgangen, weswegen er darauf drängte, nicht Waffenstillstands-, sondern Friedensverhandlungen zu führen, bei denen er einen politisch größeren Spielraum zu haben glaubte.“

Münkler bietet hier wirklich alles an Verschleierung auf, was geht, denn welcher unbedarfte Leser, der nicht Verfassungsrecht oder Geschichte studiert hat, weiß, daß laut Verfassung im Kaiserreich Friedensverhandlungen alleinige Sache der Politik (also des Reichskanzlers) war, während die Waffenstillstandsverhandlungen von Militärs geführt werden sollten, wie dies auch in Brest-Littowsk der Fall war.

Das zeigt auch wie absurd die Aussage von Frau Hamann ist, Ludendorff und Hindenburg hätten sich geweigert, die politische Veranwortung zu übernehmen (sie waren sehr wohl bereit die militärische zu übernehmen und Ludendorff hatte bereits eine aus Militärs bestehende Waffenstillstandskommission gebildet). Für die politische Verantwortung waren sie definitiv auch nicht zuständig. Die Politik – Reichskanzler Bethmann-Hollweg – führte das Reich 1914 in den Krieg. Erst ab da übernahmen die Militärs die KRIEGFÜHRUNG, Ludendorff zunächst als Beobachter beim Vormarsch im Westen, Hindenburg war bei Kriegsbeginn noch im Ruhestand und wurde erst wieder reaktiviert bei Tannenberg. Die immer wieder verbreitete Behauptung, die Militärs hätten eine Diktatur während des Krieges errichtet ist und bleibt eine Lüge. Das Amt des Reichskanzlers war von Bismarck für sich selbst konzipiert und mit quasi unbegrenzter Machtfülle ausgestattet, nicht einmal der Kaiser hatte dem Kanzler etwas zu sagen, er konnte ihn lediglich stoppen in dem er ihn entließ. Reichskanzler Bethmann-Hollweg mischte sich auch gleich von Beginn an in katastrophaler Weise in die Kriegführung ein in dem er den Militärs zwei Jahrelang den Einsatz der Flotte verbot und den prostestierenden Großadmiral von Tirpitz in den Zwangsruhestand beförderte und damit der deutschen Kriegführung mehr Schaden zufügte als die Engländer oder Franzosen.

Wenn man schon glaubt es geht nicht mehr dümmer, meldet sich dann auch prompt Prof. Dr. Guido Knopp zu Wort und liefert uns seine eigene Version des Waffenstillstandes 1918: „Um 5:20 früh am 11. November unterschrieb Erzberger den Waffenstillstandsvertrag. Immerhin hatte er für Deutschland noch einige kleinere Abmilderungen der allierten Forderungen erreichen können. In Spa bemerkte Feldmarschall Hindenburg gleichwohl süffisant, es sei wohl das „erste Mal in der Weltgeschichte, dass nicht Militärs den Waffenstillstand abschließen, sondern Politiker.““

Da hat sich der Professor Knopp mal wieder selbst übertroffen. Da er weiß, was er für einen Unfug schreibt, lässt er die Quelle seiner „Weisheit“ gleich ganz weg und im Literaturverzeichnis seiner Schrift „Der Erste Weltkrieg – Die Bilanz in Bildern“ sucht man auch vergeblich nach dem Buch von Matthias Erzberger „Erlebnisse im Weltkrieg“.

Überhaupt ist das Buch von Erzberger ein recht geflissentlich IGNORIERTES Werk zum Thema Waffenstillstand 1918, weil es all diese Märchen die heute in Büchern und Zeitungsartikeln verbreitet werden, schonungslos entlarvt.

Das von Professor Knopp angeführe Hindenburg-Zitat steht da nämlich drin, wortwörtlich und das zeigt auch mit welcher Meisterleistung hier Knopp zitiert und eine Bemerkung von Hindenburg völlig entstellt. Hier also erst mal wie das ganze in dem Buch von Matthias Erzberger tatsächlich steht:

„Am Schluß der Konferenz erschien Generalfeldmarschall von Hindenburg und sagte mir, daß es wohl das erste Mal in der Weltgeschichte sei, daß nicht Militärs den Waffenstillstand abschließen, sondern Politiker; er sei aber ganz damit einverstanden, zumal die Oberste Heeresleitung keine politischen Richtlinien mehr auszugeben habe, die Armee brauche unter allen Umständen Ruhe. Er verabschiedete sich von mir mit den Worten „Reisen Sie mit Gott, und suchen Sie das Beste für unser Vaterland herauszuholen.““

Knopp zitiert Hindenburg tatsächlich wörtlich, in dem er aber selbst das von Erzberger nicht gebrauchte Wort „süffisant“ hinzufügt, lässt Knopp die Sache so aussehen, als amüsiere sich Hindenburg im Richelieu-Stil, den Politikern die Verantwortung aufgehalst zu haben, was heute leider der allgemeine Tenor ist, die bösen Militärs haben sich aus der Verantwortung gestohlen und den armen Politiker Erzberger vorgeschickt, damit er anstelle der Militärs den ungeliebten Waffenstillstandsvertrag unterzeichnen sollte.

Und auch das ist eine Lüge, die Matthias Erzberger selbst in seinem Buch widerlegt:

„Dann schlug zu meiner größten Überraschung der Reichskanzler mich als Delegierten des Kriegskabinetts für die Verhandlungen mit Foch vor…Meine am 6. November 1918 12 Uhr mittags, ganz plötzlich erfolgte Berufung zur Führung der Waffenstillstandsverhandlungen traf mich und fast alle Amtsstellen unvorbereitet. In der Vollmacht stand als erster Bevollmächtigter ein General von Gündel…Ich suchte den Vertreter des Auswärtigen Amtes auf, der mir von der  Mitnahme des Generals von Gündel abriet, da er keine geeignete Persönlichkeit für solche Verhandlungen sei; er setzte sich mit der Regierung in Berlin in Verbindung, um vorzuschlagen, daß ich als Vorsitzender der Kommission bestellt werde. Die Regierung sagte zu. General von Gündel nahm daraufhin an den Verhandlungen gar nicht teil…Bald nach der Ankunft in Spa hatte ich im Sitzungssaal der Obersten Heeresleitung eine Besprechung , bei der sich mehr als zwei Dutzend Offiziere einfanden, die alle mit zu den Verhandlungen ins französische Hauptquartier reisen sollten. Ich ordnete an, daß außer mit nur die Bevollmächtigten Graf Oberdorff, General von Winterfeldt und Kapitän Banselow die Reise anzutreten hätten, da das Auftreten einer großen Anzahl von Offiziere in Frankreich im jetzigen Augenblick untunlich sei…“

Erzberger berichtet hier, was heute fast alle Historiker und Journalisten BEWUSST verschweigen oder verzerren: Die Oberste Heeresleitung hatte sehr wohl die Absicht die Waffenstillstandsverhandlungen selbst zu führen und es waren Erzberger, das Auswärtige Amt und der Reichskanzler, die die OHL austricksten und sowohl den von der OHL bestellten General von Gündel absägten, als auch die Mehrzahl der von der OHL abgestellten Offiziere in letzter Minute rauswarfen.

Vorrausgegangen waren wochenlange Streitereien zwischen OHL einerseits, Auswärtigem Amt und den Reichskanzlern andererseits.

Die OHL hatte auf Friedensverhandlungen gedrängt bereits Mitte August, als die deutschen Armeen noch weit auf feindlichem Boden standen. Hindenburg und Ludendorff schlugen Verhandlungen im neutralen Holland vor. Reichskanzler und Auswärtiges Amt sabotierten dies und suchten den Kontakt zu Wilson, was in den fatalen und verlogenen Noten um die 14 Punkte endete. Max von Baden übergab Ebert die Macht und log ihn praktisch an, daß die Entente bereit wäre auf Grundlage der 14 Punkte von Wilson zu verhandeln.

Als Erzberger, der sich selbst in der Rolle des Friedensmachers und Retter des Vaterlandes sah nun in Compiegne ankam und von Foch wie der letzte Dreck behandelt wurde, fiel er aus allen Wolken, noch mehr als er merkte, daß gar nicht verhandelt werden sollte, sondern KAPITULIERT. Letzteres hatte inzwischen auch Ebert begriffen und war von da an für Erzberger einfach nicht erreichbar, als sich dieser Instruktionen aus Berlin holen wollte. In letzter Verzweiflung kontaktierte Erzberger allen Ernstes Hindenburg, der dann die Entscheidung traf – ohne Rücksprache  mit Ebert – daß Erzberger unterzeichnen sollte.

Es versteht sich von selbst, daß wenn – wie Ludendorff es vorgeschlagen hätte – nicht auf französischen Boden, sondern wie von der OHL verlangt im neutralen Holland verhandelt worden wäre, Foch sich solche Unverschämtheiten wohl kaum herausgenommen hätte, besonders wenn man sich vor Augen führt, wie Foch einige Jahre später auf seinem Krankenlager abgeschnappt ist, als Hindenburg ihm ein paar freundliche Zeilen geschrieben hatte und Foch am Sonntag den gesammten Generalstab zusammengetrommelt hat um eine würdige Antwortnote an den hochverehrten Feldmarschall von Hindenburg aufzusetzen und es Fochs größte Angst war, er könne sterben, bevor die Meldung kam, daß Hindenburg sein Antwortschreiben auch wirklich erhalten habe.

Für diese Zivilisten, die da nach Compiegne kamen, hatte Foch nur Verachtung übrig und in seinen Erinnerungen berichtet Erzberger zerknirscht, daß Foch in den folgenden Tagen 5 Schreiben wegen des Waffenstillstandes an die OHL gesandt hat und es offenbar vorzog lieber mit den Militärs als mit der zivilen Regierung zu verhandeln.

Der später als Wirtschaftsexperte weltbekannt gewordene  J.M. Keynes, der auf seiten der Briten an den Verhandlungen teilnahm, berichtet: „Inzwischen hatten die Deutschen uns getroffen…Erzberger, fett und widerlich in einem Pelzmantel, ging den Bahnsteig entlang zum Salonwagen des Marschalls. Mit ihm war ein General und Seekapitän…Als Gruppe entsprachen sie wundervoll der volkstümlichen Vorstellung von Hunnen. Die persönliche Erscheinung dieser Rasse spricht wirklich außerordentlich gegen sie. Wer weiß, vielleicht ist dies die wirkliche Ursache des Krieges!“  Auch Keynes bekleckert sich mit seinen Aussagen nicht gerade  mit Ruhm, es zeigt aber, daß weder Foch noch der Rest der Entente von Erzberger und seiner traurigen Truppe eine besonders hohe Meinung hatten.

Immerhin ist Erzberger in seinen Erinnerungen ehrlich genug in seiner Darstelllung, daß nicht die Militärs sich geweigert haben, die Waffenstillstandsverhandlungen zu führen, sondern daß sich Auswärtiges Amt und Reichskanzler und er selbst das ganze unter den Nagel gerissen haben, in der Meinung , daß sie in Compiegne einen recht annehmbaren Frieden auf Grundlage der 14 Punkte Wilsons erhalten und in der Heimat als Helden gefeiert würden.

Was Hindenburg und Ludendorff betrifft, auch hier täte Erhlichkeit gut. Sie waren Soldaten und die besten Oberbefahlshaber des Krieges. Sie haben diesen Krieg NICHT angefangen, das war die Politik (und bis heute ist nicht klar, was da wirklich passiert ist), auf Deutscher Seite trägt die Hauptverantwortung für den Kriegseintritt der Reichskanzler Bethmann-Hollweg und NICHT Hindenburg und Ludendorff. Hindenburg und Ludendorff kamen erst Mitte 1916 in die 3. OHL . Bis dahin hatten der Reichskanzler Bethmann-Hollweg und der Chef der 2. OHL Falkenhayn Deutschland mehr Schaden als Nutzen zugefügt, der Kanzler durch seine unsagbar furchtbare Reden zum Thema Belgien und sein Verbot, die Marine einzusetzen, Falkenhayn durch die dämlichste aller „Strategien“, den unsäglichen Angriff auf Verdun. Als Hindenburg und Ludendorff die 3. OHL übernahmen kämpfte Deutschland gegen eine Übermacht an Feinden an den harmloseren Fronten gegen 3:1 an den kritischeren gegen 9:1 . Die Entente bot rund 30 Staaten, darunter die Mächtigsten der Welt gegen Deutschland und seine drei Verbündeten auf. Innerhalb weniger Monate gelang es Ludendorff und Hindenburg diese Übermacht durch Siege im Osten einerseits, einer neuen Strategie der gestaffelten Verteidigung im Westen, zusammenzuhauen – trotz des Kriegseintrittes der USA!!! – im Frühjahr 1918 auf 1 : 1  !!!    Tatäschlich hatten die Deutschen zum erstenmal seit Kriegsbeginn 1914 genausoviele Soldaten wie die Entente an der Front. Was Hindenburg und Ludendorff da militärisch auf die Beine gestellt haben ist einzig in der Kriegsgeschichte. Die Entente-Generäle gaben nach dem Krieg zu, daß bis Juli 1918 Deutschland fast den Krieg gewonnen hätte, danach waren die Kräfte die Wilson aus den USA herüberschickte schon wieder zu stark. Hindenburg und Ludendorff vorzuwerfen gegen diese Übermacht nicht angekommen zu sein ist genauso lächerlich wie wenn man 4 Männer, die gegen 30 kämpfen beschimpft, daß sie sich gegen diese 30 zur Wehr gesetzt haben, anstatt sich von ihnen einfach zusammenprügeln zu lassen.

Mit dem Zusammenbruch Russlands war der Krieg eigentlich für die Mittelmächte gewonnen. Durch den Verlogenen Vorfall mit der Lusitania brachten Mandel-House und Wilson die USA in den Krieg, um die Entente doch noch zu retten. Was wir heute brauchen ist keine Propaganda sondern die Wahrheit. Nicht nur über den Waffenstillstand, sondern auch über die wahren Ursachen von 1914 / 18, die bis heute noch immer weitgehend im Dunkeln sind.

Ludendorff mit Pickelhaube

Wonder Woman General Ludendorff und das perfide Albion

Versuch einer Filmkritik

von Michael Huck

Vor wenigen Wochen trat der neue Wonder Woman Spielfilm seinen Siegeszug um die Welt an. Die Regisseurin Patty Jenkins liefert ein Feuerwerk an Action, grandiosen Bildern, einem brillianten Drehbuch, das andere Comic-Verfilmungen weit hinter sich lässt, in der Hauptrolle die gleichermassen attraktive wie charismatische israelische Schauspielerin Gal Gadot, die das Kunststück fertig bringt in der Rolle von Wonder Woman ebenso zu überzeugen wie damals Lynda Carter in der gleichnamigen TV Serie.

 

Der Film mischt Comic-Buch Realität mit Propanda und Geschichte, während Wonder Woman eine Comic Buch Figur ist, basiert der Charakter von General Ludendorff auf den echten deutschen General Ludendorff, der sich von der Comic Figur recht deutlich unterscheidet und von dem hier vor der eigentlichen Betrachtung des Filmes ein Zitat vorangestellt werden soll; unmittelbar nach Ende des 1. Weltkrieges behauptete Ludendorff, geheime Gesellschaften, die sogenannten „überstaatlichen Mächte“ hetzen die Völker zu ihrem eigenen Vorteil in Kriege. Wörtlich schrieb Ludendorff: „Selbstverständlich machten sich die überstaatlichen Mächte die in den Völkern vorhandenen Regungen des Selbsterhaltungswillens und vorhandenes Machtwollen zu Nutze, sie arbeiteten mit den Schwächen der Regierenden. Völker wurden gegen Völker, Volksgruppen gegen Volksgruppen, Sippen gegen Sippen, Menschen gegen Menschen gehetzt, ohne daß sie ahnten, wozu sie sich mißbrauchen ließen…“

 

Nun zu Patty Jenkins Film, der Film beginnt in Paris und wir hören Wonder Woman´s Stimme aus dem Off, die über das Böse in der Welt spricht, während die Kamera uns die gläserne Maurer-Pyramide zeigt.

Gleich darauf wird die eigentliche Geschichte des Filmes in einer Rückblende erzählt und wir sind auf der Paradies-Insel der Amazonen, die in einem vor-christlichen Matriachat leben, Amazonen, die das Gute selbst verkörpern und von Kindesbeinen an lernen, das Gute mit..brutalster Gewalt durchzusetzen.

Der Film unterscheidet sich hier gleich in mehreren Punkten von William Moulton Marston´s Comic-Buch Reihen. In den Comics spielte die Handlung im zweiten Weltkrieg, Wonder Woman kämpft an der Seite von Steve Trevor gegen Hitler und die Nazis. William Moulton Marston, ein brillianter Showman mit fundierten Kenntnissen in Psychologie und Psychologie der Massen, und definitiv ein Bruder im Geiste des legendären John Willie, schuf mit Wonder Woman eine weibliche Superheldin von ähnlicher Klasse wie Superman oder Batman, allerdings mit wesentlich mehr Tiefe – was auch diesem Film zu Gute kommt – und einem geradezu atemberaubenden Fetish für Bondage Szenen, die in der TV-Serie mit Lynda Carter noch bewußt zelebriert wurden, während dieser in den Comics dominierende Aspekt fast völlig aus dem Kinofilm verbannt wurde.

Die eigentliche Geschichte beginnt, als der US-Pilot Steve Trevor ins Meer fällt, verfolgt von kaiserlichen deutschen Marine-Soldaten, die umgehend die Paradies-Insel attackieren und sich eine wüste Schlacht mit den Amazonen liefern.

Der US Soldat Steve Trever erklärt (ua in einer Rückblende INNERHALB der Rückblende), dass die Welt sich im Krieg mit dem Deutschen Kaiserreich befindet, das das Böse in der Welt schlechthin personifiziert und deswegen von den guten, demokratischen Nationen wie England, Frankreich, den USA und dem zaristischen Russland (alles Länder, die in Sachen Demokratie, Menschenrechte, Rassenunterdrückung und Kolonialsmus selbst äußerst Zwielichtiges geleistet haben) unbedingt besiegt werden muss, in einem Krieg, der alle Kriege beenden wird.

Die Amazonen vermuten, daß sich hinter dem Krieg in Wirklichkeit der Vater aller Kriege, der durch und durch bösartige Gott des Krieges – Ares -verbirgt, und Wonder Woman, ausgerüstet mit Schild, Lasso und Schwert, macht sich auf, Steve Trevor nach Europa zu begleiten, um das Böse zu bekämpfen.

Die aktuelle Kriegslage ist dabei diese: Im Jahr 1918 stehen die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der Entente und dem deutschen Reich unmittelbar bevor. Das deutsche Kaiserreich ist mit dem Osmanischen Reich verbündet, wobei darüber hinaus ein persönliches Bündnis des deutschen Kaisers mit dem Islam besteht. Bereits mehrere Jahre vor Ausbruch des ersten Weltkrieges erklärte Kaiser Wilhelm in einer Rede in Damaskus: „Möge der Sultan und mögen die 300 Millionen Mohammedaner…dessen versichert sein, daß zu allen Zeiten der deutsche Kaiser ihr Freund sein wird.“

Enter Ludendorff – als Filmfigur (die mit dem wirkliche  Ludendorff nichts zu tun hat) aber weitgehend der (falschen) Propaganda entspricht, die bis heute über den General verbreitet wird und die sich der Film vortrefflich zu Nutze macht um einen überdimensionalen Filmbösewicht zu erschaffen. So wird Ludendorff als kriegslüsterner Militarist eingeführt, der nebenbei Menschen erschießt, die ihn nur mal schief ansehen und der mit seiner Komplizin, der unheimlichen Chemikerin Dr. Poison, der das halbe Gesicht weggesprengt wurde und die trozdem ausgesprochen schön rüberkommt und deren sichtliche Verletzbarkeit in krassem Gegensatzu zu ihren (Un-) Taten steht, eine letzte Große Attacke plant um den Frieden zu verhindern. Ludendorff und Dr. Poison werden uns nun als die Schurken des Filmes präsentiert, die versuchen in letzter Minute noch die Waffenstillstandsverhandlungen zu sabotieren (in der Wirklichkeit waren es Ludendorff und Hindenburg, die seit August 1918 auf Waffenstillstandsverhandlungen drängten, was Reichskanzler und Aussenministerium unbegreiflicherweise sabotiert und verzögert haben).

 

Steve Trevor und Wonder Woman reisen nun nach England wo sie Sir Patrick, einen britischen Parlamentarier treffen, der sich für die zügige Durchführung der Friedensverhandlungen stark macht, um den furchtbaren Krieg endlich zu beenden. Mit Hilfe von Sir Patrick stellen Wonder Woman und Steve Trevor eine Gruppe von Professionals zusammen, die nach Belgien sollen um Ludendorff und Dr. Poison an der Sabotage des Waffenstillstands zu hindern. Die kleine Truppe erinnert an ähnliche Professionals aus den Filmen von Howard Hawks wie Rio Bravo oder Only Angels have Wings, ebenso wie Gal Gadots Wonder Woman in ihrer Selbständigkeit, Furchtlosigkeit und Dominanz an die Frauencharaktere in den Howard Hawks Filmen erinnert (einige der besten Action-Filme von Hawks stammen von der Drehbuchautorin Leigh Brackett).

 

Wonder Woman und ihre kleine Gruppe kommen schnell zu dem Schluß, dass Ludendorff  und der Kriegsgott Ares ein und dieselbe Person sind und der Krieg nur beendet werden kann, wenn es Wonder Woman gelingt, Ludendorff-Ares zu töten.

Das Drehbuch arbeitet nun geschickt auf mehreren Ebenen. Zum einen wird Wonder Woman als aufrechte, mutige aber (scheinbar) naive Frau aus einer Paradies-Welt vorgestellt, die die brutale Realität der Menschen-Erde mit ihrem gutmüten Wesen gar nicht zu erfassen vermag. Als sie ihren verblüfften Gefährten erklärt, daß die Deutschen ebenso gute Menschen sind wie die anderen Völker, gab es in der Vorstellung, die ich besuchte, irritiertes Gelächter.

In einer anderen Szene unterhält sich Wonder Woman mit einem Indianer, der ihr erklärt, daß er einem Volk angehört, dem alles geraubt wurde. Als Wonder Woman nachfragt, wer denn das böse Volk war, das sein Volk beraubt hat, zeigt der Indianer auf Wonder Woman´s US-Amerikanischen Freund Steve Trevor und sagt „Das war sein Volk.“ worauf Wonder Woman erste Zweifel an den Behauptungen und der Propanda der Entente einen Krieg zu führen, der alle Kriege beendet, kommen.

Ludendorff wird nun als dermaßen abgrundtief böser Schurke dargestellt, wobei der Film bewußt die Propaganda-Darstellung der Entente des 1. Weltkrieges aufgreift und diese noch bis ins Unerträgliche steigert um aus Ludendorff einen Über-Psychopathen zu machen, gegen den Batman´s „Joker“ eine Art Sympathieträger ist.

Wonder Woman setzt nun alles daran, in Ludendorff´s Nähe zu kommen und in ebenso witzigen, sarkastischen und actiongeladenen Szenen schafft sie es schließlich Ludendorff zu töten. Als aber nach Ludendorffs Tod der Krieg unvermindert weitergeht, kommt ihr der Verdacht, den falschen Mann getötet zu haben und sie zweifelt, daß Ludendorff tatsächlich Ares war.

Sie bricht mit ihren amerikanischen und britischen Verbündeten und WEIGERT sich mit ihnen erneut gegen die Deutschen zu kämpfen, da ihr der Verdacht kommt, daß ihre Entente Freunde auch nicht besser sind.

In einem erstaunlichen Twist in den letzten Filmminuten taucht nun plötzlich die scheinbar so harmlose Gestalt des friedliebenden britischen Politikers Sir Patrick auf, der sich schnell als der wirkliche Ares – Gott des Krieges – entpuppt. Und jetzt zieht der Film wirklich ALLE Register und zeigt daß das Drehbuch jede naive Comic-Buch Philosophie beiseite wischt und knallharte Politik durch den Nebel bricht: Auch nachdem Sir Patrick Helm und Rüstung trägt und zum übergroßen Kriegsgott Ares mutiert, ist unter dem Helm des Ares das Gesicht des britischen, friedenheuchelnden Politikers Sir Patrick zu sehen, oder wie Kaiser Wilhelm das sagen würde, die Fratze des perfiden Albion. Und das Unglaubliche passiert in diesen letzten Minuten des Filmes, bringt dieser Film tatsächlich allen Ernstes die Botschaft herüber, daß hinter den Kriegen eine verborgene Macht steht, die die Völker und Menschen gegeneinander aufhetzt, die Comic-Verfilmung beinhaltet also die GLEICHE Botschaft, wie wir sie von dem ECHTEN General Ludendorff gehört haben.

Und hier ist dann auch der nächste Twist der Story: Wenn also nicht der als Propaganda-Schurke präsentierte Ludendorff der Gott des Kriegs ist, sondern der vermeintliche Friedenspolitiker Sir Patrick, was bedeutet das denn für Ludendorff, der zuvor Sir Patrick bekämpfte – also genaugenommen auf der Seite Wonder Womans gegen Ares kämpfte, während ihr US-Amerikanischer Freund Ares – das perfide Albion – also DAS BÖSE unterstützte?

Um zu begreifen, was hier wirklich passiert, sollte man nun einen etwas genaueren Blick auf den WIRKLICHEN Ludendorff werfen:

Ludendorff galt als einer der fähigsten Soldaten des deutschen Generalstabes. Dennoch wurde er 1912 aus dem Generalstab geworfen und in die Provinz versetzt, nachdem er sich mit dem Kriegsministerium angelegt hatte und behauptet hatte, die Politik würde die Armee systematisch boykottieren. Zu Beginn des 1. Weltkrieges setzte sich Ludendorff unaufgefordert an die Spitze an der Westfront, führte Angriffe in der ersten Reihe an und brachte die stärkste Festung Europas, die Festung von Lüttich in seine Gewalt, ohne dabei einen Menschen zu töten. Ludendorff erstaunte danach 4 Jahre lang, indem er und Hindenburg gegen eine je nach Front drei- bis neunfache Übermacht an feindlichen Soldaten aussergewöhnlich geschickt operierten. Nach dem Krieg drängte Ludendorff immer wieder auf Klärung der Kriegsschuldfrage und behauptete immer wieder, daß in Geheimlogen zusammengeschlossene Eliten die Völker in Kriege führen zum eigenen Vorteil dieser Eliten, die eine One-World-Diktatur anstreben würden. Ab 1929 beschuldigte Ludendorff Hitler öffentlich in Reden und Zeitungsartikeln seiner eigenen Zeitung „Ludendorffs Volkswarte“ Hitler werde Deutschland an der Seite Mussolinis in einen zweiten Weltkrieg führen, dessen Ziel die Zerstörung Europas sei um dann aus diesem zerstörten Europa eine neue paneuropäische Diktatur zu errichten, in dem die Völker aufgelöst und und als willenlose Masse von einer machtgierigen Elite ausgebeutet werden. Ludendorff attackierte Hitlers Politik völlig offen, forderte Hindenburg mehrmals auf, die Nazi-Regierung zu verhaften und abzusetzen und Mitte der 30er Jahre schickte Ludendorff einen Sekundanten zu Dr. Goebbels um diesem eine Duell-Forderung zu überbringen (Goebbels lehnte ab). Ludendorff, der im ersten Weltkrieg die Gleichstellung der Juden in den von deutschen eroberten Gebieten durchsetzte, kritisierte später auch die Nazis in seiner Zeitung „Ludendorffs Volkswarte“ als die Nazis jüdische Geschäfte boykottierten und Juden die Staatsbürgerschaft absprechen wollten. Ludendorffs Tannenbergbund (der später von den Nazis verboten wurde) ging ein Bündnis mit der jüdischen Kna´anim Bewegung ein, Anfang der 30er Jahre zu spät um noch wirksam politisch tätig zu werden.

Ludendorff und Wonder Woman haben also jeder auch gegen die Nazis gekämpft, Wonder Woman in den Comic Heften, Ludendorff in der Realität, wobei Ludendorffs Kampf gegen die Nazis heute gerne verschwiegen wird, da man damit untrennbar verbunden auch seinen eigenwilligen Kampf gegen Pan-Europa erklären müsste, wofür derzeit politisch gewiss kein Interesse besteht.

Eine weitere interessante Gemeinsamkeit zwischen Wonder Woman und Ludendorff ergibt sich aus dem Kampf von Ludendorff und seiner Frau Mathilde gegen das Christentum ua mit Schriften wie „Erlösung von Jesu Christo“ in denen Frau Ludendorff den Deutschen rät zu germanischen Vorstellungen von Recht und Freiheit zurückzukehren und so in einer Gesellschaft zu leben, nicht unähnlich den Gesetzen auf der Amazonen Paradies-Insel.

Festzuhalten bleibt, daß Ludendorffs Botschaft von den überstaatlichen Mächten, die Völker gegeneinander aufhetzen und in Kriege führen, der Botschaft des Filmes, die Völker werden von einer geheimen bösen Macht (die erstaunlicher Weise recht angelsächsische Züge trägt) sehr nahe kommt. Was wollen uns also die Autoren des Filmes damit sagen???

Ludendorff mit Pickelhaube

 

Die wundervolle Welt der Kriege

Der Maskierte Kaiser Reitet Wieder

Sieht man sich die Kriegsgeschichte an, fallen einem einige interessante Ereignisse auf, die zum einen recht unverständlich sind und die – wohl auch darum – gerne mit dem Begriff „Wunder“ von Politik und Geschichtsschreibung versehen werden.

Da wäre zum Beispiel im 1. Weltkrieg „Das Wunder an der Marne“ und im 2. Weltkrieg „Das Wunder von Dünkirchen“.

Nun hat es schon immer Überraschungen in Kriegen gegeben, sei es bein Cannae oder Tannenberg, als eine kleine Armee eine weitaus größere vernichtend geschlagen hat. Oder das ein vermeintlich schwacher Staat wie Japan 1905 das russische Riesenreich in die Kniee zwingt oder die angeblich unbesiegbare spanische Armada von den kleinen britischen Schiffen Sir Francis Drakes auf den Meeresgrund geschickt wird. All diese überraschenden Siege lassen sich jedoch zumindest doch noch rational erklären.

Anders sieht es da mit einigen „wunderbaren“ Ereignissen aus, die eine schon verloren geglaubte Truppe oder ganze Armeen vor der schon sicher geglaubten Vernichtung retten. Die Geschichte kennt Beispiele von Hannibal vor den Toren Roms bis zu Palmy und in neuerer Zeit gleich mehrere dieser scheinbar so „unerklärlichen“ Wunder:

Da wäre zum einen „Das Wunder and der Marne“ 1914. Die siegreich vorrückenden deutschen Armeen Kaiser Wilhelms halten vor Paris an und kehren schließlich FREIWILLIG um, angeblich weil ein französicher Durchbruch droht. Frankreich zimmert dann darauf die Legende von den Truppen, die mit Taxis an die Front gefahren wurden und angblich so den deutschen Vormarsch zum Stoppen brachten. Tatsächlich scheint es sich einersteits um Sabotage gehandelt zu haben,  durch einen Generalstabsoffizier, der den Fronttruppen falsche Informationen zukommen lies andererseits durch direkten Einfluß durch Steiner auf den Generalstabschef Moltke, der ohnehin schon ein nervliches Wrack, von Steiner mit den Prophezeihungen eines „Mediums“ in den Wahn getrieben wurde.

Dann im 2. Weltkrieg „Das Wunder von Dünkirchen“. Die Wehrmacht rückt – völlig überraschend – siegreich in Frankreich vor, Guderian und Rommels Panzer fahren ungehindert durch die Front, die angeblich uneinnehmbare Maginot-Linie erweist sich als völlig bedeutungslos, die Wehrmacht kesselt die restlichen Französischen Truppen und das britische Expeditionskorps bei Dünkirchen ein – und Hitler befiehlt seinen Truppen anzuhalten und zuzusehen, wie die Briten und Franzosen über den Kanal entkommen. Wie nett,  und so sportlich von dem Führer. Bei dem britischen Expeditionskorps handelt es sich um den Großteil der britischen Berufssoldaten, wären diese in deutsche Gefangenschaft geraten hätte es mindestens zwei Jahre gedauert diese Truppe auch nur annähernd zu ersetzen und Britannien hätte einer deutschen Invasion mit praktisch unausgebildeten Rekruten begegnen müssen. Wie praktisch, daß man da einen Feind wie Herrn Hitler hat, der die eigenen Soldaten davon abhält, den Feind zu besiegen. Der gleiche Herr Hitler kam übrigens ein wenige später auf die grandiose Idee seine Wehrmacht ohne Winterausrüstung in den Russlandfeldzug zu schicken (so als ob er noch nie was von Napoleon und desses Disaster in Russland gehört hätte) und um noch eins drauf zu setzen, lässt Herr Hitler unmittelbar vor dem Russlandfeldzug nicht etwa die Produktion von Muntion, Flugzeugen und Panzern erhöhen, nein, er kommt auf die Idee die Produktion  H E R U N T E R Z U F A H R E N  .  Mehrere Offiziere haben nach dem Krieg die Vermutung geäußert, Hitler hatte niemals die Absicht England zu besiegen. Rommel hat sich in Nordafrika gegenüber seinen Offizieren überrascht gezeigt, darüber daß die Engländer, die dreimal so viel Material und Soldaten hatten immer nur etwa ein Drittel ihrer Stärke gegen Rommels Afrikakorps einsetzten, also an einem (zumindest schnellen) Sieg über Rommel gar nicht interessiert waren. Erst als Ägypten in Gefahr war setzten die Briten nunmehr ihrer gesammte Kampfstärke ein und zerschlugen Rommels Afrikakorps in wenigen Stunden. Schon gegen Ende des amerika nischen Bürgerkrieges hatten Südstaatenoffiziere ihr Unverständnis darüber geäußert, daß der Norden, der über wesentlich mehr Soldaten und Waffen verfügte, über Jahre hinweg nur einen Bruchtteil seiner Kampfkraft gegen den Süden ins Feld führte, bzw bei den ersten Schlachten eine erstaunlich klägliche Führung der Nordstaaten dafür sorgte, daß der Süden überraschend lange einer geradezu lächerlichen Übermacht standhielt. Die heutige Geschichtsschreibung erklärt dieses „Wunder von Dünkirchen“ damit, daß Göhrings Luftwaffe im Alleingang gegen die Briten und Franzosen vorgehen sollte, militärisch gesehen ein ziemlicher Blödsinn.

Noch interessanter ist das, was sich 1939/1940 an der deutschen Westgrenze zutrug, und was von Politik und Geschichtsschreibung als „Sitzkrieg“ bezeichnet bzw verharmlost wird, in Frankreich nannte man dieses „Phänomen“ Drole de Guerre: Deutschland befand sich gleich zu Beginn des zweiten Weltkrieges in einem Zweifrontenkrieg – zumindest theoretisch, die Wehrmacht war am 1. September in Polen eingerückt, Frankreich und Großbritannien hatten Deutschland am 2.September den Krieg erklärt. Frankreich hatte Polen unmittelbar vor Beginn des Krieges zugesichert Deutschland bereits innerhalb der ersten vierzehn Tage nach Beginn des Krieges an der Westfront anzugreifen und in Deutschland von Westen einzumarschieren – eine glatte Lüge. Polen verfügte über ca 2 Millionen Soldaten, Deutschland über ca 2, 2 Millionen. Frankreich über 3 Millionen plus das britische Expeditionskorps, das jedoch erst nach Frankreich transportiert werden musste. Alles in allem standen jedoch zu Beginn des Krieges 5 Millionen Französische und Polnische Soldaten 2,2 Millionen Deutschen gegenüber. Die Wehrmacht tat nun  etwas Merkwürdiges: Sie griff mit ca 2 Millionen Soldaten Polen an, dazu etwa 90 % aller Flugzeuge und Panzer. Hinzu kam, daß nunmehr nicht Deutschland, sondern zunächst Polen einen Zweifrontenkrieg führen mußte, nachdem am 17. September Stalins Armeen von Osten – als Verbündete Deutschlands – in Polen einmarschierten. Wobei England und Frankreich keinerlei Veranlassung sahen, nunmehr dem „Aggressor“ Stalin den Krieg zu erklären, obgleich Stalin nicht nur Polen, sondern auch Litauen, Estland und Lettland besetzte und gleichzeitig noch Zeit und Muse fand, Finnland und Rumänien anzugreifen. Hitler und Stalin hatten das Bündnis gegen Polen bereits 1930 geschlossen, zu einem Zeitpunkt als die Hitler-Partei in Deutschland gerade mal 2 % der Wählterstimmen auf sich vereinigen konnte; das ganze auf Vermittlung Mussolinis, der zuvor 1929 mit Stalin einen Wirtschaftspakt geschlossen hatte. Zuvor hatten die Sowjets bereits versucht Hindenburg für ihren Plan, gemeinsam in Polen einzumarschieren, zu gewinnen, der hatte dankend abgelehnt und die damalige deutsche Weimarer Regierung gewarnt sich auf ein solches Bündnis einzulassen, da dies unweigerlich zu einem Krieg mit Frankreich und England führen würde, den Deutschland nicht gewinnen könne. Nationalsozialisten und Sowjets kamen überein, dieses Bündnis bis unmittelbar vor Kriegsbeginn geheimzuhalten und die heutige Geschichtsschreibung ist auch so rücksichtsvoll als angebliches Datum für den Hitler-Stalin-Pakt tatsächlich das falsche Jahr 1939 anzugeben, da das so hübsch ins Konzept passt. Dabei kehrt man dann auch gleich die Frage unter den Teppich, warum Frankreich mitten in der Weltwirtschaftkrise, zu einem Zeitpunkt als die Nationalsozialisten eine 2 % Partei waren und Frankreich über ein 3 Millionen Mann Heer verfügte, denen 100 000 Mann deutsche Reichswehr – ohne schwere Waffen, ohne Panzer, ohne Flotte und ohne Luftwaffe – gegenüberstanden, plötzlich Unsummen für den Ausbau der Maginot-Linie ausgab, etwas was doch nur Sinn machte, wenn man genau wußte, daß ein Krieg mit Deutschland bevorstand.

Und als nun dieser Krieg da war und der Großteil der deutschen Wehrmacht an der Ostfront in Polen kämpfte, stand eine knappe Viertel Million deutscher Soldaten am Rhein mit einem Zehntel an Panzern und Flugzeugen. Und auf der anderen Seite des Rheines oder – an der kürzeren Landgrenze – zwischen Deutschland und Frankreich standen die Franzosen mit ihrem drei Millionen Mann Heer, ihren gesammten Panzertruppen und Luftwaffe. Inklusive der ersten Unterstützung britischer Kräfte. Gegen eine Viertel Million deutscher Soldaten. Das muss man erstmal begreifen: 10 Franzosen gegen 1 deutschen Soldaten. Die Überlegenheit der Panzer und Flugzeuge Großbritanniens und Frankreichs an der Westfront zu diesem Zeitpunkt ca bei 20 : 1 !

So ein günstiges Zahlenverhältnis erreichten die Allierten erst wieder 1944!!! Alles, was Frankreich und Großbritanien nun hätten tun müssen, als die Wehrmacht mit zwei Millionen Mann in Polen kämpfte, war im Westen anzugreifen, das Saarland und Ruhrgebiet zu besetzen oder durch die Luftwaffe die Rüstungsbetriebe zu zerstören und Deutschland wäre erledigt gewesen – im Oktober 1939 !!! oder der Krieg wäre zumindest bereits ab Oktober 1939 auf deutschem Boden geführ worden mit einem durch Französische und Britische besetzten Westdeutschland und Norddeutschland. Wie nett und zuvorkommend war es doch von Frankreich und Großbritannien stattdessen einfach hinter der Maginotlinie stehen zu bleiben und selenruhig zuzusehen wie Hitler und Stalin Polen zerschlagen. Man hatte es offensichtlich nicht eilig, Deutschland zu besiegen, so wie auch Hitler keinerlei Anstalten machten England zu besiegen, als er dazu die Möglichkeit hatte. General Galland hat gezeigt, daß Hitler offensichtlich kein Interesse hatte Großbritanien im Mittelmeerraum und Nordafrika zu schlagen, als er dazu noch sehr wohl die Ressourcen und Möglichkeiten hatte und darüber hinaus auch die Angriffe gegen England selbst nur mit halber Kraft geführt hat, dabei bewußt die Flugzeugproduktion gedrosselt hat oder Flugzeuge an Kriegsschauplätze verlegt hat, wo sie gar nicht gebraucht wurden. Schließlich verzögerte Hitler nicht nur die Produktion des Düsenjäger, sondern – als sie endlich da waren – setzte er durch, daß die Düsenjäger allen Ernstes zu  BOMBERN  umgebaut wurden, so daß ihre Geschwindigkeit um 200 km/h gedrosselt wurde und der Vorteil gegenüber den Allierten Verbänden quasi neutralisiert wurde. Wie merkwürdig das alles war, zeigen die Produktionszahlen: In den Kriegsjahren 1940 / 1941 als Deutschland halb Europa besetzt hielt und über unerschöpfliche Ressourcen verfügte produzierte Deutschland nur zwischen 1000 und 2000 Flugzeugen, wobei Hitler die Produktionszahlen selbst überwachte. 1944 als Hitler langsam den Überblick verlor, nicht zuletzt durch Einnahme oder Verabreichung von Drogen durch seinen Leibarzt Morell, gelang es Albert Speer die Produktion von Flugzeugen auf über 10 000 zu steigern, in einem Jahr in dem Engländer und Amerikaner pausenslos bei Tag und Nacht Deutschland bombardierten. Das ist schon alles sehr merkwürdig. Jedenfalls sieht es so aus, als gab es im zweiten Weltkrieg Zeiten an denen weder England/Frankreich noch Deutschland an einem wirklichen oder schnellen Sieg auch nur interessiert waren, sondern den Krieg aus was für merkwürdigen Gründen in die Länge ziehen wollten. Montgomery machte recht deutlich wie angewidert er davon war, in dem er nun seinerseits plötzlich den siegreichen Vormarsch gegen Rommels Reste anhielt und gemächlich abwartete bis Rommel zu Churchills Entsetzen und großen Ärger sich nach Italien abgesetzt hatte.

Auch heute können wir uns nur wundern, daß es weder der stärksten Macht der Welt, den USA noch den Vereinten Nationen gelingt, militärische Krisen auch in den noch so kleinsten Ländern über Jahre hin unter Kontrolle zu kriegen, obgleich wir doch im 2. Irak-Krieg gesehen haben, daß die USA – wenn sie es denn WOLLEN – auch ein Millionenheer innerhalb von vier Wochen in Grund und Boden bomben können und das ohne den Einsatz von Atombomben. Es stellt sich hierbei die Frage, wer hier eigentlich gegen wen Krieg führt? Völker gegen Völker? Nationen gegen Nationen? Oder ist es denkbar, daß hinter den Kulissen eine Kaste von Mächtigen über alle Grenzen hinweg Kriege führt – gegen die eigenen Völker? Zumindest Indizien deuten darauf hin, Indizien wie die BIZ in der „neutralen“ Schweiz. Praktischer Weise saßen in dieser Bank bereits im zweiten Weltkrieg die deutschen Vertreter UND die Vertreter ihrer Kriegs-Gegnerstaaten zusammen und machten noch bis in die letzten Kriegstage einträgliche Bankgeschäfte – miteinander – während sich die Soldaten der jeweiligen Länder auf den Schlachtfeldern bekriegten.

Auf Befehl Mörder

Ludendorff mit Pickelhaube

In einer DVD, die als Beilage im Spiegel beigefügt war über Hitler und Ludendorff und Hitler im 1. Weltkrieg sowie mehreren Dokumentationen über die Weimarer Republik wird absichtlich der Eindruck erweckt, Ludendorff wäre ein Verbündeter Hitlers, der den Natinalsozialismus unterstützt habe. Wahr ist daran lediglich, daß Ludendorff Hitler zunächst tatsächlich unterstützt und am Umsturzversuch 1923 mitmachte (Ludendorff war nicht in die Vorbereitungen eingeweiht und erschien als der Putsch bereits am Scheitern war, Ludendorff lies die von Hitler als Geiseln genommenen Politiker frei und versuchte das Unternehmen unblutig durch einen Marsch auf die Feldherrenhalle zu beenden). Was all diese „Dokumentationen“ ganz bewußt verschweigen ist, daß Ludendorff und seine Frau Mathilde von Kemnitz ab Ende der 1920er Jahre klar durchschauten, wohin die Politischen Pläne Hitlers führen werden. In unzähligen Vorträgen, Büchern, Zeitschriften und Zeitungsartikeln bekämpfte das Ehepaar Ludendorff daraufhin die Nationalsozialisten, Ludendorff gründete den „Tannenbergbund“ und das (gegen die Religionen gerichtete) „Deutschvolk“.

Ein Beispiel für die Klarsicht und Unerschrockenheit Ludendorffs findet sich in einem Leitartikel Ludendorffs für seine Zeitung „Ludendorffs Volkswarte“ aus dem Jahr 1932 über den Beuthener Prozeß, als mehrere Nationalsozialisten, die einen Kommunisten ermordet hatten, zum Tode verurteilt wurden.

Ludendorff schrieb hierzu: „Herr Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune sagte…in dem grauenvollen Beuthener Prozeß, in dem 5 Nationalsozialsozialisten zum Tode verurteilt wurden, die einen Kommunisten in Potempa mit 29 Wunden gemordet hatten: „Sie hätten militärischen Befehl befolgt.“ Wenn Herr Dr. Luetgebrune ausführen konnte: die Untaten wären auf militärischen Befehl erfolgt, so ist damit allein schon bewiesen, daß diese militärischen Verbände keinerlei Berechtigung haben. Ich lehne indes das Wort „militärisch“ in diesem Zusammenhang auf das Nachdrücklichste ab. Kein Militär würde solch einen Befehl geben, kein Militär würde ihn erfüllen! …Rohlinge können gewiß in allen Verbänden vorhanden sein, für deren Handeln nicht der Verband, nicht die Führer dieses Verbandes verantwortlich sind. Die Lage ändert sich aber völlig, wenn die Verbände sogar die Untaten verherrlichen, und die Führer sich vor diese Untaten stellen. So ist es bei den Nationalsozialisten. Ihre Presse verherrlicht unmenschliches Handeln, während die Presse der Kommunisten und der SPD sich es nicht zuschulden kommen läßt, Untaten ihrer Parteiangehörigen besonders zu feiern. In diesem Verhalten der Führer der „Links“parteien und verbände liegt ein tiefer Unterschied zwischen dem Verhalten der nationalsozialistischen Führer…Wie habe ich immer wieder gewarnt und gemeinsam mit meiner Frau darauf hingewiesen, zu welchen unerhörten Ausschreitungen das In-Blutrausch-Setzen Unbewaffneter gegen wehrlose Gegner führen müßte. Gibt es etwas Feigeres und Gemeineres, als z.B. der Überfall der Nationalsozialisten auf den Kommunisten in Potempa, in dessen Wohnung sie eindringen, ihn dann aus dem Schlafe wecken, um ihn hinzumorden? …In Potempa handelt es sich um weiter nichts, als um ein blutrünstiges, feiges, unehrenhaftes Handeln, das noch widerlicher wirkt, wenn betont wird, „die Mörder hätten die Notverordnung noch nicht gekannt“, also ihnen besonders noch die Verkommenheit zugesprochen wird, daß sie nur im Falle der Strafsicherheit zum rohen Mord fähig waren. “

Obgleich Ludendorff – das zeigen seine vielen Schriften aus dieser Zeit – sich völlig darüber im Klaren war, daß Hitler kurz vor der Machtübernahme und der Errichtung einer Diktatur in Deutschland war, griff General Ludendorff Hitler und die NSDAP mit beispiellosem Mut an und enthüllte auch den gegen Polen gerichteten Pakt Hitlers und Stalins, der bereits vor Hitlers Machtübernehme beschlossen und besiegelt wurde und von dem man uns heute erzählt, er wäre erst 1939 kurz vor Ausbruch des Krieges erfolgt. Aus dem oben zitierten Leitartikel und unzähligen anderen Reden und Schriften Ludendorffs in denen Ludendorff auch nach dem 30. Januar 1933 die Politik Hitlers attackierte und die Bücherverbrennungen, Angriffe auf jüdische Kaufhäuser, die Konzentrationslager und die Verhaftung von Sozialdemokraten und Kommunisten, aber auch Mitglieder seiner eigenen Organistationen kritisierte und anprangerte, ergibt sich eindeutig die Gegnerschaft Ludendorffs zu Hitler und der NSDAP. Ludendorffs Schriften gegen Hitler sind in einer dermaßen großen Auflage erschienen und noch heute in jedem Antiquriat und über all im Internet abzurufen, daß es unmöglich scheint, daß der Spiegel sowie die Doku-Sender von ARD und ZDF angeblich noch immer nicht darüber gestolpert sein sollen.

Auch Ludendorffs Telegramme an Hindenburg, in denen er die Verhaftung und Absetzung der Hitler-Regierung forderte, sind inzwischen in Moskauer Archiven aufgetaucht, die zusätzlich zu den vielen veröffentlichten Schriften Ludendorffs Gegenerschaft zu den Nationalsozialisten belegen. Bundestagspräsident Dr. Lammert ist einer der wenigen, der es fertigbrachte wenigstens kurz in einer Rede im Bundestag diese Gegnerschaft Ludendorffs zum Hitler-Regime zu erwähnen.

Es steht einwandfrei fest mit welchem Mut und welcher Unerschrockenheit sich Ludendorff, seine Frau und ihre kleine Anhängerschar den Nationalsozialisten entgegenstellten (und nicht allein denen). Ludendorff hätte mit den Nationalsozialisten paktieren und sich als Volksheld feiern lassen können. Hitler und Goebbels haben oft genug versucht, ihn dafür einzuspannen, aber Ludendorff hat sich dafür nicht hergegeben und seine Frau hat sich noch vor der Beisetzung des Generals mit Hitler darüber gestritten, ob  Ludendorffs Sarg in eine Hakenkreuzflagge oder Kaiserliche Flagge gehüllt wird (Frau Ludendorff hat gewonnen, aber noch nicht mal das können manche Historiker zugeben sondern lügen wahrheitswidrig, Ludendorffs Sarg wäre in eine Hakenkreuzflagge gehüllt worden. Tausende Fotos und Wochenschauaufnahmen diverser Länder von der Beisetzung belegen, daß der Sarg Ludendorffs definitiv NICHT in eine Hakenkreuzflagge gehüllt war.)

Die wahrheitswidrige Darstellung unserer Printmedien und TV Sender, die aus sehr durchsichtigen Motiven Ludendorffs Kampf gegen Hitler und die Nationalsozialisten totschweigen, hat General Ludendorff nicht verdient. Wenn diese Journalisten und Historiker zugeben würden, und berichten würden, was Ludendorff wirklich gesagt hat, müssten sie ja auch erklären, wie Ludendorff bereits 1930 die Einzelheiten zu dem angeblich erst 9 Jahre später geschlossenen Hitler-Stalin Pakt wissen konnte, inklusive daß der Pakt der Öffentlichkeit erst unmittelbar vor Ausbruch des Krieges bekannt gegeben wurde. Sie müssten erklären, von wem die NSDAP finanziert wurde. Sie müssten erklären, warum die französische Regierung 1929 (!!!) zu einem Zeitpunkt als die Wirtschaft zusammenbrach und die NSDAP gerade mal 2 % Wählerstimmen erhielt, die deutsche Reichswehr aus 100 000 Mann bestand, die praktisch über kein militärisches Potential verfügte (Frankreich verfügte über ein 3 Millionen Mann Heer!) , warum diese französische Regierung in dieser Situation den Milliarden-Ausbau der Maginot-Linie in Auftrag gab, also ganz genau wußte, daß ein Krieg mit Deutschladn bevorstand. Sie  müssten erklären, warum die britische Regierung mit Hitler ein gegen Frankreich gerichtetes  geheimes Flottenabkommen abschloß und noch vieles mehr.

Ludendorff hat die Nationalsozialisten bekämpft. Und das sollte endlich anerkannt und gewürdigt werden. Und nicht nur von einem einzelnen Mann im Bundestag. Das deutsche Volk (und nicht nur das deutsche) hat das Recht die Wahrheit zu erfahren über den Kampf den Ludendorff und seine Frau gegen die Nationalsozialisten führten und gegen die Hintermänner dieser Bewegung, denn die Organisationen, die das zu verantworten hatten, haben ihre Politik 1945 nicht ad acta gelegt, sondern sind im Gegenteil heute aktiver als jemals zuvor und planen bereits die nächsten Kriege und Diktaturen unter den Augen gehirngewaschener Völker, die nicht begreifen, daß sie geradewegs in die nächste Katastrophe geführt werden sollen von den üblich verdächtigen…Heilsbringern.