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Der Weg in den 2. Weltkrieg

Ludendorff mit Pickelhaube

„Vor dem Weltkrieg (1914/18) erhielt der Reichstag durch die Wahl von 110 Sozialdemokraten die Zusammensetzung, die für die Sabotierung des Sieges des deutschen Heeres besonders günstig war. Heute (1930) senden die überstaatlichen Mächte in Ausnutzung des Deutschen Freiheitsdranges Nationalsozialisten in großer Zahl in den Reichstag, um das Hineinführen Deutschlands in den Krieg zu ermöglichen.“

„Gelingt es bei aller Pflichterfüllung nicht mehr, das verblödete Volk in hinreichender Menge aus seiner Suggestion zu reißen, so kann das Unglück dennoch kommen…Gelingt es aber durch Verbreitung dieser Schrift im In- und Auslande, den Weltkrieg für die nächsten Jahre zu verhindern, so bleibt dennoch die Gefahr bestehen, daß er danach jederzeit kommt, solange die überstaatlichen Mächte an der Herrschaft bleiben. Sollten ihre heutigen Waffen, z.B. der Faschismus, einmal stumpf werden, so schmieden sie andere und zeigen sie den ahnungslosen Völkern, durch ihre Hörigen, die sie zu Führern und Diktatoren des Volkes machen, als vermeintlichen Weg zur endlichen Rettung.“

„Es ist tief erschütternd zu sehen, wie die Vertreter der überstaatlichen Mächte und kurzsichtige Deutsche den edlen Freiheitswillen des Deutschen Volkes gegen seine Bedrücker und die Erfüllungspolitiker einfangen, Deutschland in die Arme des Faschismus treiben und alles versuchen, ihm das in seiner Machtlosigkeit so törichte, Deutschland vernichtende Bündnis mit Italien und dazu im Innern die faschistische Diktatur als Rettung hinzustellen.“

 

Ludendorff 1930

Erich Ludendorff: Best of…2

Ludendorff

Ende der 20er Jahre erkannte General Ludendorff die Gefahr die von Hitler und der NSDAP ausging und griff sowohl Hitler als auch seine Partei in Schriften und Zeitungsartikeln massiv an. Hier noch ein paar Auszüge aus Ludendorff-Schriften zu diesem Thema:

„Die planmässige Verseuchung der Reichswehr durch die SA wird fortgesetzt. Die deutsche Wehrmacht ist in Gefahr, Parteiinstrument zu werden.“

„Das bisherige System war unheilvoll. Das der NSDAP ist es nicht minder. Jedes ist Werkzeug der überstaatlichen Mächte, die aus dem christlichen Boden herausgewachsen sind und deutsches Volkstum zum Ersticken bringen. Das Hineinströmen der Deutschen zur NSDAP ist ein ernstes Zeichen dafür, wie sehr das Volk jede Urteilskraft verloren hat und sich den flachsten Suggestionen hingibt…Wer wählt, wählt den Zuchthausstaat.“

„Die NSDAP des Herrn Hitler ist heute die brennendste Gefahr innerhalb des Deutschen Volkes. Ihr Entstehen liegt indes in der ungeheuer drückenden außen- und innenpolitischen Zwangslage des Deutschen Volkes und seiner wirtschaftlichen Verelendung. Nur die Beseitigung dieser Zustände kann die NSDAP überwinden. Zwangsgesetze schaffen nie Gutes…Ebenso steht die NSDAP an blutrünstigem Wollen der in ihr maßgebenden Kreise einzig da. Sie übertrifft darin den Bolschwismus. Die Peitsche, die Herr Hitler in der Hand führt, ist das Zeichen seiner von ihm beabsichtigten Knechtung des Volkes…“

Ludendorff in Leitartikeln der Volkswarte im Jahr 1932.

Auch nach der Machtübernahme am 30. Januar 1933 blieb Ludendorff sich treu. Zu den zahlreichen Auseinandersetzungen mit der Partei kam ein Dauerkonflikt mit Dr Goebbels, dessen Schriften Ludendorff als „Schmutzliteratur“ und dessen Propaganda-Ministerium Ludendorff als „Giftküche“ zu betiteln pflegte. 1936 mündete das ganze schließlich in eine Duell-Forderung des Generals an Dr. Goebbels (wovon wir natürlich in unseren Medien nie was zu hören bekommen) :

Brief von Ludendorff vom 30.11.1936:

„Mein lieber Treuenfeld!

Ich habe niemanden auf der weiten Welt, an den ich mich in nachstehender ernster Angelegenheit so vertrauensvoll wende, wie an Sie…So bitte ich Sie denn den nachstehenden Auftrag zu übernehmen, selbst auf die Gefahr, daß Ihnen Ungelegenheiten daraus entstehen: Der Minister Goebbels hat schwere Beleidigungen gegen meine Frau ausgesprochen…Die Anlage enthält Näheres. Lassen Sie sich doch sofort bei Minister Goebbels melden, und zwar in einer Ehrenangelegenheit. Er muß dann ja irgendwie Farbe bekennen. Sprechen Sie klar und bestimmt eintretenten Falls meine Forderung aus und treffen Sie mit den Zeugen Goebbels die nötigen Vereinbarungen. Ich bin dann sofort an Ort und Stelle. Auf irgendein Ehrengericht lasse ich mich nicht ein. Das führt zu nichts. Ich will persönliche Klarheit. Weiteres teile ich mit, sobald ich Ihre Nachricht habe. Tun Sie mir diesen Freundschaftsdienst. Es kann der letzte sein. In Treue

Ludendorff“

 

Aus der Antwort von Treuenfeld an Ludendorff vom 11.12.1936:

„Hochverehrter Herr General,

Im Verlaufe meiner etwa 1/2stündigen Unterredung mit Herrn Dr. Goebbels versicherte mir letzterer, daß es ihm  vollkommen fern gelegen habe, Euer Exzellenz oder Ihre Exzellenz öffentlich angreifen zu wollen…Ich habe diese Darlegungen mit Dank zur Kenntnis genommen und dann die Frage angeschnitten, wie das Mißverständnis nach außen hin aus der Welt geschafft werden könne. Von einer Presseberichtigung bat Herr Dr. Goebbels Abstand zu nehmen…Er erklärte sich aber gern bereit, Euer Exzellenz einen persönlich gehaltenen Brief zu schreiben,…dieser Brief wird so gehalten sein, daß Euer Exzellenz ihn veröffentlichen können…Euer Exzellenz treuergebener

Treuenfeld“

 

 

 

 

 

 

Erich und Mathilde Ludendorff – Es lebe die Freiheit!

Ludendorff

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialsiten im Januar 1930 wurde es in Deutschland üblich, private Briefe und offizielle Schreiben mit „Heil Hitler“ zu unterzeichnen. Das „Guten Tag“ wurde ebenfalls durch ein „Heil Hitler!“ ersetzt. General Ludendorff und seine Frau sowie Mitglieder ihrer Vereinigungen Tannenbergbund und Deutschvolk unterzeichneten daraufhin ihre Briefe – auch die an Regierungsstellen – mit „Es lebe die Freiheit!“.

Nach der Machtübernahme schickte Generals Ludendorff unzählige Telegramme an Reichspräsident Hindenburg in denen Ludendorff Hindenburg aufforderte, die Regierung abzusetzen, bzw von der Reichswehr verhaften zu lassen. Mitarbeiter Hindenburgs leiteten Ludendorffs Schreiben an die Reichskanzlei weiter. Bei Kriegsende wurden einige dieser Telegramme von der roten Armee erbeutet und nach Moskau in ein Archiv verbracht. Im Zuge von Glasnost wurden diese Archive geöffnet und der Wissenschaft zugänglich gemacht.

Hier einige Beispiele:

„Herrn Reichspräsident!

Ich habe Ihnen vor zwei Tagen unerhörte Vorkommnisse mitgeteilt…So gestalten sich immer widriger die Verhältnisse in dem von Ihnen regierten Reich. So wird immer mehr und mehr das Recht mit Füßen getreten, trotz allen Geredes von Rechtszuständen und Einführung neuen Rechtes. In unerhörter Weise ist die körperliche Freiheit der Deutschen bedroht. Jetzt wo die „Kulturkammern“, d.h. die „Bleikammern“ für deutsches Geistesleben errichtet werden, wird auch der letzte Rest der Geistesfreiheit begraben, wie es noch nicht einmal in dem Jesuitenstaat Paraguay und bei uns im finstersten Mittelalter der Fall war. Wenn dereinst die Geschichte des deutschen Volkes geschrieben wird, dann wird das Ende Ihrer Reichspräsidentschaft als die schwärzeste Zeit deutscher Geschichte geschrieben werden. Ich weiß, daß meine Schreiben an Sie nichts fruchten. Sie brauchten ja sonst nur die Reichswehr aufzubieten, um diesen unleidlichen Zuständen im Volk ein Ende zu bereiten…

Es lebe die Freiheit! Dieser Ruf mag Ihnen, bis Sie die Augen schließen, in die Ohren gellen.

Ludendorff“

(Ludendorff Telegramm vom 18.November 1933 an Hindenburg)

 

„Herr Reichspräsident!

Lassen Sie sich über die ungeheurlichen Vorgänge berichten, die sich im Dorfe Groß-Breesen im Kreis Guben an einem Sonntage nach dem Wahltage zugetragen haben. Hier wurden auf Weisung des Herrn Schulz-Sembten 17 Deutsche in unglaublicher Weise mißhandelt, weil in dem Dorfe Groß-Breesten zahlreiche „Nein“Stimmen abgegeben waren. Wie muß das Ansehen des Deutschen Reiches in der Welt leiden, wenn so etwas bekannt wird, wie aber auch Ihr Ansehen im Innern, daß Sie gegen solche Roheitsakte, die Ihnen nun wirklich in hinreichender Zahl mitgeteilt wurden, nicht einschreiten, jedenfalls sich nicht durchsetzen.

Es lebe die Freiheit!

Ludendorff“

(Telegramm Ludendorff an Hindenburg vom 18. Dezember 1933)

 

Ludendorff hat gegen die Gewaltakte der Nationalsozialisten nicht nur in den Telegrammen an Hindenburg protestiert, sondern auch in öffentlichen Reden sowie in Leitartikeln seiner Zeitung „Ludendorffs Volkswarte“ und das auch noch nach dem 30.Januar 1933. In seiner Zeitung und in öffentlichen Reden kritisierten Ludendorff und seine Frau ua die Bücherverbrennungen, den Boykott jüdischer Kaufhäuser und die Verhaftung von Sozialdemokraten und Kommunisten nach dem Reichstagsbrand.

Erstaunlich, dass wir hiervon in unseren Medien nichts hören.

Ludendorff: Mitten in der Revolution 1932/33

Ludendorff

Ludendorff in seinem Leitartikel „Mitten in der Revolution 1932/33“ vom 3.7.1932:

„…Deutschland ist bereits heute besetztes Gebiet der SA und SS und die warten nur auf den Zeitpunkt, wo sie ihre Methoden durchführen können. Die Organisation der NSDAP baut sie dahin aus, daß sie im gegebenen Augenblick neben jeder Reichs-, Landes- und Kommunalbehörde eine „nationalsozialistische Behörde treten kann, wenn Regierungsrat Hitler die Macht im Staat übernehmen wird, der auch hierin ganz dem faschistischen Vorbild bei Einrichtung des faschistischen Zwangsstaates folgt…Der gewaltsame Umsturz wird kommen, wie 1918, nur kommen dann keine Volksbeauftragten, denen es schließlich gelang, das Blutbad auszuschließen, sondern es kommt der „Volksbeauftragte“ Herr Hitler, der sich natürlich ebenso…auf den Willen des Volkes beruft, aber nicht imstande sein wird, die von ihm und dem Chef seines Stabes in die SA und SS gelegte Blutrünstigkeit zu bannen. Nach zehn bis zwölf Jahren wird das Deutsche Volk erkennen, daß die Revolution 1932/33 ein Volksbetrug war, wie die Revolution von 1918/19, nur noch ein viel größerer.“

Ludendorff am 17.7.1932: Die Lüge vom Nationalismus:

„Der Brocken „national“ wird zeitgemäß „deutsch“ aufgeputzt, so mit „Deutschgetue“, Hakenkreuzfahnen, Sippenbüchern, den üblichen Rasseüberheblichkeiten und äußerlichem Radauantisemitismus…Die denkunfähige Masse nimmt diese Lügen gern als Wahrheit auf, denn sie bietet ja auch bei der inneren Verkommenheit von Millionen Deutschen tiefernsten Glaubensfragen gegenüber die Möglichkeit, sich vor einer Entscheidung zu drücken…und sich behaglich selbst zu belügen…Der Nationalismus wird damit zum Grabe der Freiheit jedes Volkes, er unterscheidet sich vom Internationalismus nur recht wenig. Er ist nach vieler Richtung hin noch verderblicher, weil er edlere Gefühle des Volkes vortäuscht als dieser.“

General Ludendorff und Noah

Ludendorff

Ludendorff 1931:

„Schon die ältesten Freimaurerurkunden sprechen von Noah und seinen Geboten und von den Freimaurern, als den Söhnen Noahs, die diese Gebote, wie sie der Talmud lehrt, zu befolgen haben. Sie sollen die „sittlich-religiöse“ Grundlage für den allgemeinen „Menschheitsbund“ bilden, da ja die verschiedenen Konfessionen, die jüdische, die christliche und die mohammedanische – andere soll es ja bekanntlich nicht geben – erst später durch Moses, Christus und Mohammed gelehrt und entwickelt wurden.“

Die Entgegnung der Freimaurer in der Freimaurerischen Encyclopedie auf Ludendorffs Behauptungen:

„In der zweiten Ausgabe des Andersonschen Konstitutionebuches von 1738 nur in dieser, später nicht mehr – werden im historischen Teil die Freimaurer als „Noachiden“ oder „Söhne Noahs“ bezeichnet…der Maurer ist nach diesem Text „Durch seinen Beruf verpflichtet, dem Sittengesetz zu gehorchen wie ein echter Noachide…““Trotzdem nun die Großloge von England durch Ausmerzung der Noachidenstelle, die in keiner der weiteren Ausgaben der Konstitutionen wiederkehrt, deutlich zu erkennen gegeben hat, daß sie diese metaphorische Entgleisung aufgibt…glaubt Ludendorff daraus Schlusse ziehen zu dürfen, die auf ein Weltreich Noahs und der N. hindeuten…“

 

Der US Congress und Präsident der Vereinigten Staaten George Bush 1991:

„Joint Resolution

To designate March 26, 1991 as „Education Day“, USA

Whereas Congress recognizes the historical tradition of ethical values and principles which are the basis of civilized society and upon which our great Nation was founded;…

Whereas these ethical values and principles have been the bedrock of society from dawn of civilization, when they were known as the SEVEN NOAHIDE LAWS;…the year in which we turn to education and charity to return the world to the moral and ethical values contained in the SEVEN NOAHIDE LAWS…“

 

Erich Ludendorff – Best of

 

LudendorffGeneral Ludendorff ist wohl eine der meistverleumdetsten historischen Persönlichkeiten in der Bundesrepublik Deutschland. Es ist bemerkenswert wie sogenannte Historiker und Journalisten Behauptungen über den General aufstellen, die mit der Wirklichkeit rein gar nichts mehr zu tun haben.

Glücklicherweise hat Ludendorff selbst sehr viel geschrieben – Bücher, Aufsätze und Zeitungsartikel. Ludendorff und seine Frau hatten einen eigenen Verlag und gaben Bücher, Schriften und eine eigene Zeitung – Ludendorffs Volkswarte – heraus, so dass es einfach ist, Ludendorff einfach selbst zu Wort kommen zu lassen, so daß sich jeder seine eigene Meinung bilden kann.

Im folgenden daher nur Ludendorff in seinen eigenen Worten:

ABSAGE AN VOLKSVERDERBER

„Während ich meine Aufsätze über den Weltkrieg in „Ludendorffs Volkswarte“ veröffentlichte, ging schon in nationalistischen Blättern das Lügen los, ich sei „Pazifist“ geworden, in jüdischen und freimaurerischen Blättern, ich rede einer „aktiven“ Beteiligung Deutschlands an dem drohenden Weltkriege das Wort. Aus nationalsozialistischen und Stahlhelm-Kreisen aber höre ich von verschiedensten Gegenden des Reiches her: „Wenn erst der „Freiheitskampf“ von uns – im Bündnis mit Italien und England – herbeigeführt ist, dann rufen wir Ludendorff. Er ist ein so großer Idealist, er wird sein Volk nicht im Stich lassen. Ludendorff wird den Freiheitskampf führen.“ Wer für diese Auffassung in „nationalen“ Kreisen arbeitet, lügt, ebenso wie der, der sie, wie ich weiß, auch im Auslande verbreitet, um mit meinem Namen auch dort Geschäfte für solche hirnverbrannte faschistische Außenpolitik zu machen, die den Weltkrieg erst ermöglicht und uns der Vernichtung aussetzt.“

Ludendorff (1930)

 

„Über das Verbrechen des Versailler Diktates und der Erfüllungspolitik, ihre furchtbaren Folgen und die ganze Mißwirtschaft des heute herrschenden Systems sind sich die Deutschen klar. Die überstaatlichen Mächte hatten den Marxisten vorgeschoben, um sich noch andere Hilfstruppen zu sichern, wenn der Unwille des Volkes eine Szenenveränderung nötig machen sollte. Es war weiten Volkskreisen nicht schwer gemacht, den Marxismus für den Alleinschuldigen an dem Verderben zu halten.

Mussolini und der nächste Krieg:

Es ist aber innenpolitisch nicht verwunderlich, daß der Kampfruf „gegen den Marxismus“ so vielen als Rettung von aller Not erscheint. Erstaunlich ist nur, daß sie dabei übersehen, daß der faschistische Nationalsozialismus ihnen den gleichen Kollektivismus, nur römischer Art, beschert. Hieraus geht schon allein zur genüge hervor, daß mit dem Ruf „Kampf gegen den Marxismus“ ganz etwas anderes getroffen werden soll, als viele Deutsche meinen, nämlich das Kampfwerkzeug des Groß-Orients von Frankreich…Das Wesen der Politik der Priester in Rom und Mussolinis bleibt also den Deutschen verschlossen. So blicken sie auf den Faschismus mit Augen, die erschreckend in die Irre sehen…Damit es den Deutschen auch so erscheint, macht Mussolini, der einer der wildesten Kriegshetzer in Italien war, der das deutsche Südtirol mit Stumpf und Stil ausrottet und im Haag genauso raubgierig auftrat wie die Brr. Briand und Tardieu oder Snowden, den Deutschen Vorspiegelungen aller Art. Deutschland müsse wieder  eine Wehrpflicht haben. Es soll der Young Plan revidiert werden…es sollen die Deutschen den polnischen Korridor zurückerhalten…Die Deutschen hören es gern und nehmen alles als bare Münze für alle Ewigkeit. Belogen und betrogen wie einst durch das Gerede vom „Verständigungsfrieden“, glaubt der Deutsche Michel heut in seiner Not und Verzweiflung und in seinem Freiheitsdrang all diesen neuen Lockworten „aktivistischer“ Kriegspolitik.

(Ludendorff 1930)

 

„Der Weltkrieg hat den überstaatlichen Mächten sehr vieles andere gebracht, als sie erwarteten…Der Völkerbund hat damit ausgespielt. Er war stets nur eine Mißgeburt. Die „Weltrepublik“ mit „Pan-Europa“ wird zunächst zu den Akten gelegt. Sie soll, so hofft der „Sieger“ des kommenden Weltkrieges nach gefallener Entscheidung zu seinen Gunsten hevorgeholt werden…Die Machtsysteme lassen das Gewitter eines neuen Weltkrieges sich über der Erde zusammenballen…Die Militärmächte treffen ihre Vorbereitungen…die überstaatlichen Mächte wissen, was sie nicht zum Lebenskampf erzogenen Völkern und einer christlich suggerierten, zu eigenem Denken unfähig gemachten Menschenherde heute bieten können. Ihr plumpes, aber zugleich verteufeltes Spiel läuft augenblicklich auf die Einbeziehung der wehrlosen Staaten Ungarn, Österreich und namentlich Deutschland durch das Abbiegen der dort auflodernden Freiheitsbewegung in das Bündnis mit dem faschisitischen Italien hinaus, das gegen Frankreich, Jugolslawien und seine Verbündeten gerichtet ist…Die Gefahr solchen Bündnisses ist nach dem Anschwellen der faschistischen Bewegung in Deutschland und bei ihrem vermutlich auch weiteren Anwachsen riesengroß. Sie ist kaum mehr abzuwenden. Schwatzen doch die Nationalsozialisten und alle „nationalen“ Bünde und die „nationale“ Presse dem Volke von Mussolini und dem Faschismus vor, pilgern doch „nationale“ Deutsche zu ihm und suggerieren dem Volke, daß das Bündnis mit Italien uns aus der Erfüllungspolitik und von dem Versailler Diktat befreit. Sie verraten dem Volke nicht, daß es schnurstracks in seinen Untergang, d.h. IN EINEN NEUEN WELTKRIEG AUF DEUTSCHEM BODEN geführt wird…Auf diesen Schlachtfeldern, die unter der Schirmherrschaft der römischen Kirche auf deutschem Boden liegen werden, wird, wie ich noch schildern werde, das Deutsche Volk und die Deutsche Heimat zermalmt und zertreten werden.“

(Ludendorff 1930)

 

 

Hindenburg und Ludendorff – Keine Diktatoren im Ersten Weltkrieg

In Büchern, Zeitschriften und sogenannten Dokumentationen über den Ersten Weltkrieg wird immer wieder behauptet, die Führung der dritten OHL – Hindenburg und Ludendorff – hätten im Ersten Weltkrieg wie Diktatoren regiert.

Manfred Nebelin titelt sein 2010 erschienenes Buch gar „Ludendorff Diktator im Ersten Weltkrieg“.

Manfred Nebelin lehrt an der Universität Dresden Neuere und Neueste Geschichte, seine Anmerkungen und Quellenangaben sind sehr umfangreich und enthalten alles wichtige zum Thema OHL und Erster Weltkrieg.

Man kann also von Vorsatz ausgehen, wenn Manfred Nebelin ans Werk geht, die Rolle Ludendorffs im Ersten Weltkrieg völlig falsch darzustellen.

Zunächst einmal ist der Titel – vermutlich gewollt – irreführend: „Ludendorff – Diktator im Ersten Weltkrieg“

Der Titel suggeriert einem nicht vorinformierten Leser, dass Ludendorff den ganzen Ersten Weltkrieg Deutschland beherrscht hat und vermeintlich auch die Schuld an diesem Krieg hat, wobei Manfred Nebelin natürlich klug genug ist, dies niemals auszusprechen.

Zunächst einmal sollte man klarstellen:

Politiker führen in den Krieg, Militärs führen dann den Krieg, nachdem Politiker den Krieg begonnen haben.

Dies trifft auch auf 1914/18 zu. Der Reichskanzler Bethmann Hollweg hatte nach dem Attentat von Sarajewo darauf bestanden, dass Kaiser Wilhelm seine geplante Nordlandfahrt antritt und hat dann in Abwesenheit Kaiser Wilhelms Deutschland an den Rand des Krieges getrieben. Nach Wilhelms Rückkehr – die gegen den Willen des Kanzlers erfolgte – überredete der Kanzler den Kaiser gegen dessen Willen die Kriegserklärungen gegen Frankreich und Russland auszusprechen. Vorher hatte der Kanzler ein Telegramm Wilhelms an den österreichischen Kaiser fehlerhaft übermittelt und die Passage, in der Kaiser Wilhelm den österreichischen Kaiser beschwor, Serbien NICHT den Krieg zu erklären, gestrichen.

Kaum war der Krieg erklärt, eilte besagter Kanzler in den Reichstag und hielt eine an Dämmlichkeit nicht zu überbietende Rede, in der er den Vertrag über die belgische Neutralität als „blossen Fetzen Papier“ verunglimpfte und so die ganze Welt gegen Deutschland aufbrachte.

Nun erst, nachdem Bethmann Hollweg Deutschland in den Krieg geführt hatte, kamen Ludendorff und Hindenburg in das blutige Spiel, beide noch in eher unbedeutenden Rollen. Ludendorff wurde als Beobachter des Generalsstabs nach Belgien geschickt, um über den Feldzug zu berichten, Hindenburg war bereits im Ruhestand und befürchtete, man habe ihn im Generalstab völlig vergessen.

In Belgien riss Ludendorff – vom Generalstab unbeauftragt und unbeabsichtigt – ein Kommando an sich, führte seine Soldaten wie ein Germanischer Feldherr an – also in der ersten Reihe – und erreichte schließlich die Übergabe der Festung von Lüttich duch Verhandlungen, ohne dass ein einziger Schuss fiel, wofür Ludendorff den Pour Le Merite erhielt.

Nach Lüttich wurde Ludendorff in den Osten geschickt um mit dem wieder in den aktiven Dienst berufenen Paul von Hindenburg den Oberbefehlt über die kleine 8. Armee zu übernehmen, die gerade von zwei grossen russischen Armeen bedrängt wurde. Bei Tannenberg gelang Hindenburg und Ludendorff ihr erster grosser militärischer Sieg.

Zu diesem Zeitpunkt 1914 bis Sommer 1916  blieben Hindenburg und Ludendorff im Osten als Chefs von OberOst.

Ihre Vorgesetzten waren:

Militärisch: zunächst die OHL Moltke, dann Falkenhayn

Politisch:   der Reichskanzler

Kaiser Wilhelm

Die Stellung des deutschen Reichskanzlers war von Bismarck selbst für sich selbst konzipiert worden und stattete

den Reichskanzler mit sehr weitreichenden Vollmachten aus, im Grunde konnte der Kaiser politisch gar nicht eingreifen, es sei denn er setzte den Reichskanzler ab.

Sowohl die Reichskanzler, der Kaiser, Falkenhayn als auch Hindenburg waren allesamt Charaktere, die nun nicht gerade als besonders ängstlich und schüchtern galten, jedenfalls war Ludendorff keinesfalls in der Lage oder Position diesen Männern seinen angeblichen Diktatorischen Willen aufzuzwingen und schon gar nicht in der Zeit 1914-1916. Der Titel von Manfred Nebelins Buch ist allein schon von daher äusserst unglücklich gewählt.

Zudem widerspricht Manfred Nebelin sich andauernd selbst, wenn er immer wieder die Auseinandersetzungen zwischen Politik und der 3. OHL beschreibt, zB in der Frage des U-Boot Krieges. Ein Diktator befielt einfach etwas und muss nicht Monatelang herumdiskutieren, bis die Politiker seine Wünsche erfüllen.

Fakt ist: Hindenburg und Ludendorff waren ab Mitte 1916 militärische Oberbefehlshaber und führten Krieg gegen mehr als 30 Staaten. Ludendorff sagte später, er hätte gerne auch noch die politische Führung übernommen, aber das war angesichts der militärischen Lage gar nicht zu bewältigen. Reichstag, Regierung und Kaiser trafen alle politischen Entscheidungen auch weiterhin unabhängig von der militärischen Führung oft auch gegen deren Willen.

Hier nur drei Beispiele, die belegen, dass Hindenburg und Ludendorff nicht einen einzigen Tag während des 1. Weltkrieges über diktatorische Macht verfügten:

  1. Die Ludendorff-Spende: Bereits in den ersten Monaten des Kriegs wandten sich Hindenburg und Ludendorff an Reichskanzler und Reichstag und baten um ein Gesetz zur Versorgung der Kriegsversehrten. Weder Regierung noch Reichstag sahen dafür eine Veranlassung, lediglich die Partei der Alldeutschen untersützte die Forderung Hindenburgs und Ludendorffs. In den Folgenden Kriegsjahren drängte Ludendorff wiederholt die Politik endlich ein solches Gesetz zur Versorgung der Kriegsversehrten zu erlassen, aber vergebens. Anfang 1918 gab Ludendorff schließlich auf, wandte sich in Zeitungsartikeln an das Volk und rief die „Ludendorff-Spende“ ins Leben. Bis Kriegsende kamen über 100 Millionen Reichsmark zusammen, die neue Weimarer Regierung, bestehend aus den Parteien – SPD, Zentrum, Liberale – die das Gesetz zur Versorgung der Kriegsversehrten jahrelang boykottiert hatten, benannten die „Ludendorff-Spende“ dann als erstes um in „Volksspende“. Hätte Ludendorff nur einen einzigen Tag über diktatorische Macht verfügt, Ludendorff hätte wohl als erstes das von ihm so sehr gewünschte Gesetz zur Versorgung der Kriegsversehrten erlassen.
  2. Gründung der Ufa: Bei Übernahme der 3. OHL forderten Hindenburg und Ludendorff von der Politikder feindlichen Propaganda entgegenzutreten und eine Stelle zu schaffen, die den deutschen Standpunkt sowohl dem deutschen Volk als auch dem neutralen Ausland vermittelt. Die Ententestaaten verfügten über eine Presse und Filmindustrie, die die die deutschen als mörderische Hunnen darstellte, die Krankenschwestern vergewaltigen und kleine Kinder töten. Ludendorff verlangte die Errichtung eines Ministeriums, das sich um Presse und Film kümmert. Auch hier musste Ludendorff die Politik drängen, bis endlich 1918  eine solche Stelle gegründet wurde – nicht als eigenes Ministerium, wie von Ludendorff gefordert – sondern als Abteilung des Auswärtigen Amtes. In Sachen Film liess die Politik Ludendorff völlig im Stich,Ludendorff trieb schließlich persönlich die Gründung der Ufa voran. Auch hier muss man sagen, dass Ludendorff als Diktator doch nur einen Befehl hätte aussprechen müssen und sofort wäre ein solches Ministerium geschaffen worden. Dass Ludendorff auch hier mehr als ein Jahr GEGEN die Politik kämpfen musste zeigt ebenfalls, dass Ludendorff nicht über diktatorische Macht verfügte. Auch bleibt Herr Nebelin uns die Definition für Diktator schuldig. Allgemein kann man sagen, dass ein Diktator über die ALLEINIGE Macht verfügt in einem Staat JEDE politische und militärische Entscheidung zu treffen, eben zu diktieren. Dies trifft auf Ludendorff definitiv nicht einen einzigen Tag zwischen 1914 und 1918 zu.
  3. Die Friedensresolution 1917: Am 19.Juli 1917, also rund eineinhalb Jahre vor Kriegsende, verabschiedete der Reichstag mit den Stimmen aus SPD, Zentrum und Liberalen noch unter dem Reichskanzler Bethmann Hollweg eine Friedesresolution, die der Entente einen Verständigungsfrieden anbot. Ludendorff und Hindenburg protestierten vergeblich gegen diese Resolution, und argumentierten, die Entente, die öffentlich verkündet hatte, bis zur bedingungslosen Kapitulation der Mittelmächte weiterzukämpfen, könne sich somit jederzeit bei einer Niederlage auf einen Verständigungsfrieden berufen, während umgekehrt, die Entente nicht bereit war den Deutschen einen anständigen Frieden in Aussicht zu stellen. Sowohl Bethman Hollweg als die drei nachfolgenden Kanzler lehnten das immer wieder vorgebrachte Ersuchen der OHL, diese Resolution zurückzuziehen, ab. Wären Ludendorff und Hindenburg Diktatoren gewesen, hätten sie die Resolution ja wohl mit einem einzigen Befehl verhindern bzw später abschaffen können. Die Resolution zeigt aber auch, dass Deutschland – auch in Bezug auf die Friedensangebote bzw Vermittlung des Kaiser und Präsident Wilsons 1916, später des Papstes und der Einladung der Entente nach Brest-Littowsk , Gesprächsbereitschaft zu einem Verständigungsfrieden signalisierte, während die Entente nach Enthüllung ihrer Kriegsziele 1916 auf Bitten von Präsident Wilson, IMMER auf die Bedingungslose Kapitulation der Mittelmächte bestand und NIEMALS bereit war, Gespräche über einen Verständigungsfrieden zu führen. Als Bethmann-Hollweg 1919 behauptete, Hindenburg und Ludendorff hätten mit ihrer Entscheidung zum unbeschränkten U-Bootkrieg die Möglichkeit eines Verständigungsfriedens mit der Entente sabotiert, meldeten sich überraschend England und Frankreich zu Wort und erklärten, dass Bethmann Hollweg die Unwahrheit sagt und England und Frankreich niemals zu einem Verständigungsfrieden mit Deutschland bereit waren, es sei denn durch ihre eigene militärische Niederlage. Es bleibt natürlich die Frage, warum es gerade in Deutschland so viele Journalisten und Historiker gibt, die den Mythos der Diktatur Hindenburg-Ludendorff aufrecht erhalten. Ludendorff selbst hat immer wieder gefordert, die Ursachen und Hintermänner zu nennen, die die Völker in den 1. Weltkrieg geführt haben. Bis heute wird immer noch von vielen Historikern – darunter auch Christopher Clark  in seinem exzellenten Buch „Die Schlafwandler“  Lloyd Georges These, die Politiker wären in den Krieg hineingeschlittert – vertreten, was wohl kaum der Wahrheit entspricht. Ein Krieg mit so vielen Millionen Toten ist nichts, das so nebenbei entsteht. Solch ein Krieg wird von langer Hand vorbereitet, dazu gehören auch die französischen Zahlungen zum Ausbau des russischen Eisenbahnnetzen und die nie veröffentlichten Akten zu den Geheimverträgen und Gesprächen im Vorfeld des Krieges. Auch die „verschwundenen“ Aufzeichnungen zu der Poincaré-Reise nach Russland, unmittelbar vor Kriegsausbruch 1914. Denn es sollte doch wohl klar sein, dass nicht Hindenburg und Ludendorff die Schuld an diesem Krieg tragen, sondern die Politiker, die die Staaten in diesen Krieg planmäßig führten. Nochmal zur Erinnerung: Nicht die Bundeswehr Generäle haben entschieden in den Kosovo oder nach Afghanistan zu gehen, sondern SPD und Grüne, also die Partein, die jahrzehntelang erklärten, Krieg darf kein Mittel der Politik sein. Vielleicht sollte man 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkrieges nun doch mal genauer hinsehen, wer denn für den Ausbruch dieses Krieges tatsächlich verantwortlich ist. Und die Liste derer dürfte sehr lang sein, denn bei allem Unverständlichen was Bethmann-Hollweg 1914 getan hat, ist auch er nur einer von vielen, die die Verantwortung tragen, denn dieser Krieg wurde offensichtlich schon geplant lange bevor Bethmann-Hollweg Kanzler wurde.