Erich und Mathilde Ludendorff – Es lebe die Freiheit!

Ludendorff

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialsiten im Januar 1930 wurde es in Deutschland üblich, private Briefe und offizielle Schreiben mit „Heil Hitler“ zu unterzeichnen. Das „Guten Tag“ wurde ebenfalls durch ein „Heil Hitler!“ ersetzt. General Ludendorff und seine Frau sowie Mitglieder ihrer Vereinigungen Tannenbergbund und Deutschvolk unterzeichneten daraufhin ihre Briefe – auch die an Regierungsstellen – mit „Es lebe die Freiheit!“.

Nach der Machtübernahme schickte Generals Ludendorff unzählige Telegramme an Reichspräsident Hindenburg in denen Ludendorff Hindenburg aufforderte, die Regierung abzusetzen, bzw von der Reichswehr verhaften zu lassen. Mitarbeiter Hindenburgs leiteten Ludendorffs Schreiben an die Reichskanzlei weiter. Bei Kriegsende wurden einige dieser Telegramme von der roten Armee erbeutet und nach Moskau in ein Archiv verbracht. Im Zuge von Glasnost wurden diese Archive geöffnet und der Wissenschaft zugänglich gemacht.

Hier einige Beispiele:

„Herrn Reichspräsident!

Ich habe Ihnen vor zwei Tagen unerhörte Vorkommnisse mitgeteilt…So gestalten sich immer widriger die Verhältnisse in dem von Ihnen regierten Reich. So wird immer mehr und mehr das Recht mit Füßen getreten, trotz allen Geredes von Rechtszuständen und Einführung neuen Rechtes. In unerhörter Weise ist die körperliche Freiheit der Deutschen bedroht. Jetzt wo die „Kulturkammern“, d.h. die „Bleikammern“ für deutsches Geistesleben errichtet werden, wird auch der letzte Rest der Geistesfreiheit begraben, wie es noch nicht einmal in dem Jesuitenstaat Paraguay und bei uns im finstersten Mittelalter der Fall war. Wenn dereinst die Geschichte des deutschen Volkes geschrieben wird, dann wird das Ende Ihrer Reichspräsidentschaft als die schwärzeste Zeit deutscher Geschichte geschrieben werden. Ich weiß, daß meine Schreiben an Sie nichts fruchten. Sie brauchten ja sonst nur die Reichswehr aufzubieten, um diesen unleidlichen Zuständen im Volk ein Ende zu bereiten…

Es lebe die Freiheit! Dieser Ruf mag Ihnen, bis Sie die Augen schließen, in die Ohren gellen.

Ludendorff“

(Ludendorff Telegramm vom 18.November 1933 an Hindenburg)

 

„Herr Reichspräsident!

Lassen Sie sich über die ungeheurlichen Vorgänge berichten, die sich im Dorfe Groß-Breesen im Kreis Guben an einem Sonntage nach dem Wahltage zugetragen haben. Hier wurden auf Weisung des Herrn Schulz-Sembten 17 Deutsche in unglaublicher Weise mißhandelt, weil in dem Dorfe Groß-Breesten zahlreiche „Nein“Stimmen abgegeben waren. Wie muß das Ansehen des Deutschen Reiches in der Welt leiden, wenn so etwas bekannt wird, wie aber auch Ihr Ansehen im Innern, daß Sie gegen solche Roheitsakte, die Ihnen nun wirklich in hinreichender Zahl mitgeteilt wurden, nicht einschreiten, jedenfalls sich nicht durchsetzen.

Es lebe die Freiheit!

Ludendorff“

(Telegramm Ludendorff an Hindenburg vom 18. Dezember 1933)

 

Ludendorff hat gegen die Gewaltakte der Nationalsozialisten nicht nur in den Telegrammen an Hindenburg protestiert, sondern auch in öffentlichen Reden sowie in Leitartikeln seiner Zeitung „Ludendorffs Volkswarte“ und das auch noch nach dem 30.Januar 1933. In seiner Zeitung und in öffentlichen Reden kritisierten Ludendorff und seine Frau ua die Bücherverbrennungen, den Boykott jüdischer Kaufhäuser und die Verhaftung von Sozialdemokraten und Kommunisten nach dem Reichstagsbrand.

Erstaunlich, dass wir hiervon in unseren Medien nichts hören.

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